Zwei herzlich störrische Esel, Magali und Dominique

Magali Terrier in den Weinbergen der Domaine des 2 Anes im Corbières
Domaine des 2 Ânes, Corbières - 7. August 2008
Magali und Dominique Terrier von der Domaine des 2 Anes sind Winzer aus dem Norden. Im Jura, dem Mâconais und auch im Beaujolais haben sie schon Wein erzeugt. Dort werden ausnehmend feine Weine aus Sorten erzeugt, denen in dem kühlen Klima besondere Finessen entlockt werden. Für jeden Winzer dieser nördlichen Traditionslagen ist es eine Herausforderung, einen Spitzenwein zu erzeugen - aber auch eine eindimensionale, weil "nur" rebsortenreine Weine erzeugt werden.
Das Interesse von Magali und Dominique galt den ausgewogenen Weinen des Languedoc mit ihrem Spiel der verschiedenen Rebsorten. Auf der Domaine des 2 Ânes haben sie ein Weingut gefunden, das für sie - wie auch für jeden Besucher - ein Traum ist. Inmitten von Pinien und duftenden Garrigues liegen die verstreuten Weinberge und das Weingut. Rosmarin und Thymian wachsen hier wie Gänseblümchen in heimischen Gärten.
Das Weingut mit den 2 Eseln
Die Esel gibt es auf tatsächlich auf der Domaine. Es sind mittlerweile mehr geworden und es ist eine kleine Herde Esel, die auf einer Wiese des Gutes stehen. Sie wollen pausenlos gestreichelt werden - wenn sie denn wollen. Ihre sympathische Art, aber auch ihr sturer Wille, eigene und nicht ausgetretene Wege zu gehen, hat dem Weingut den Name der 2 Esel gegeben.
Gesunde Reben
Die Reben stehen auf dem Gut abgescheiden, manchmal regelrecht versteckt in der Landschaft. Die Nachbarschaft zu Bäumen. den Garrigues - Kräutern und kleinem Buschwerk - ist ideal für die Reben
Die Gesundheit der Reben und die Erhaltung des Lebensraumes sind Grundlage für die Weine der Domaine. Das ist nicht immer sofort nachzuvollziehen - andere machen doch auch Wein. Die Weine Tagalies geben diesem Ansatz recht. Und die Wildschweine, vor denen manche Rebanlagen geschützt werden müssen.
Das Corbières im Languedoc ist eine ideale Region für den Weinbau - viele Flächen wurden leider nicht genutzt, um guten Wein zu erzeugen, sondern viel (zu viel). Der Name der Appellation Corbières hat daher nur bei Spürnasen einen besonderen Klang entwickeln können. Die Domaine des 2 Anes hat abgeschlossene, zum Meer abfallende Rebflächen, auf denen Carignan, Grenache und Mourvèdre ihr ideales Terroir finden. In solchen Lagen entstehen Weine, die besonderes zu bieten haben.
Diese Abgeschlossenheit der Rebanlagen ist die Voraussetzung für den biologischen Anbau der Trauben auf der Domaine von Magali und Dominique. Von keinem konventionell arbeitenden Nachbarn wehen chemische Substanzen auf ihre Weinberge. Sie würden das empfindliche Gleichgewicht der Reben in ihrem Lebensraum stören.
Diesem Gleichgewicht gilt die Arbeit von Magali in den Weinbergen. Keinerlei chemische Dünger oder Hilfsmittel werden in den Rebanlagen eingesetzt. Die Verwendung von Kompost fördert die Mikroflora im Boden, die Wurzelbildung und löst für die Reben wichtige Bodenmineralien. Die Erziehung der Reben, der kurze Schnitt, die geringe Erntemenge und der sorgfältige Blattschnitt sorgen für reife und aromatische Trauben.
Die Traubensorten können hier einzeln ausreifen und werden auch einzeln vinifiziert. Die Gärung erfolgt ausschließlich durch natürliche Hefen, die auf den Trauben im Weinberg schon vorhanden waren.
Diese natürlichen Hefen sind empfindlich und ihr Vorhandensein zeugt von dem gesunde Wuchs der Reben. Dominique setzt so im Weinkeller die Arbeit seiner Frau Magali fort. Der Verzicht auf künstliche Hefen, die die Arbeit deutlich vereinfachen, ist nicht nur eine Konsequenz des biologischen Anbaus, es ist vor allem eine Frage der angestrebten Weinqualität. Besondere Aromen, die zudem den Verlauf des Jahres wiederspiegeln, gelingen nur mit diesen natürlichen Hefen.
Auch im Weinkeller wird die Natur respektiert, um das optimale Weinergebnis zu erreichen. Während die Reben im Weinberg die "Natur" sind, ist das Leben im Weinkeller in den Hefen zu finden, die aus den Trauben erst den Wein schaffen. Die Aromen des Weines stehen nicht immer im Vordergrund vieler biologischer Winzer, sondern nur der Friede im Weinberg. Das Leben im Weinkeller konserviert aber erst das Ergebnis im Weinberg auch in der Flasche. Um nicht mit dieser Reduzierung des bio - Begriffs in Verbindung gebracht zu werden, verzichtet die Domaine des 2 Anes auf jegliches "bio" auf Ihren Etiketten.
Sie geben sich lieber eine sonst fast nirgens anzutreffende Mühe im Weinkeller: der Traubenhut - die Schicht der Schalen im Gärbehälter - wird noch zu Fuß niedergedrückt. Normalerweise wird der Most am Boden abgezogen und umgepumpt. Dieses Treten der Trester ist eine harte und aufwendige Arbeit - besonders, wenn die Gärzeit bis zu sechs Wochen beträgt. Pumpen sind mechanischer Streß für den Wein und so verzichten sie darauf. So wie dieser, hat die Ausführung vieler Arbeitsschritte das Aroma der Weine zum Ziel und nicht den Aufwand.
All diese Arbeiten zeugen davon, dass auf der Domaine des 2 Ânes der Wein natürlich auch zum Broterwerb gewonnen wird. Das tägliche Wirken im Weinberg und im Weinkeller wird aber auch um der einfachen Freude an diesem Wirken und dem Werden der Weine begonnen.