Kirschen und Wein aus der Provence

Eine Gewitter zieht an einem Sommernachmittag über den Weinfeldern der Domaine auf
Domaine de Mayol, Luberon - 9. August 2008
Bernard Viguier betreibt das kleine Weingut oberhalb von Apt mit einigen Angestellten. Die haben das ganze Jahr hindurch Hochsaison: im Winzer werden die Reben beschnitten und ab Juni beginnt die Kirschzeit. Prall voll hängen die Bäume im Luberon und den anderen Teilen der Provence. Viele der Kirschen gibt es bei uns zu kaufen, einige werden von Besuchern mit großem Vergnügen von den Bäumen genascht.
Weites Land im Luberon
Das Luberon ist eine idyllische oder verschlafene Gegend - je nach Geschmack oder Dauer des Aufenthaltes. Reben und Obstbäume säumen
die kleinen Straßen der Region.
Es ist nicht ganz so heiß wie an der Rhône, was es im Sommer erträglich macht. Im Winter kann es recht frisch werden.
Rund ein Viertel der erzeugten Weine ist weiß - auch das ein Signal, dass es kühler ist als wenige Kilometer westlich an der Rhône.
Die Kischen der Domaine de Mayol werden in Apt an einen Hersteller kandierter Früchte verkauft, was in Deutschland eher unbekannt geworden ist. Wenn die Kirschen geerntet und die Maschinen bis zum nächsten Jahr konservier sind, beginnt auch schon die Vorbereitung auf den Weinherbst. Der Besitz von Weinbergen und Kirschplantagen ist recht typisch in der Region. Beide wachsen hier sehr gut und der Bestand wurde vererbt.
Die Domaine liegt nördlich des Luberon, einem kleinen Bergzug parallel zum Mittelmeer. Die Weine werden von einem Weinfreund gemacht. Was nicht selbstverständlich ist, viele Winzer verstehen zwar ihr Handwerk, trinken ihren Wein aber aus Wassergläsern. Zum Kochen und Essen mit seiner Mannschaft eingeladen, versteht man, warum die Weine der Domaine de Mayol besondern Ansprüchen genügen müssen: denen von Bernard Viguier.
Zum Kochen wird nur das beste Olivenöl der Region genommen, die Zutaten wurden trotz hektischer Kirschernte allesamt frisch besorgt, ein Arbeiter zum Anheizen des großen Grills geschickt. Das Kochen ging vonstatten wie in einer gut geführten Küche. Eben noch mit der Ernte beschäftigt spurt ein Teil der Equipe an den Schüsseln und Töpfen während draussen eine einfache, aber filmreif schöne Tafel gedeckt wird.
Beim Speisen und Tafeln wurden verschiedene Jahrgänge getestet und probiert und der Weinhändler hatte auch einige Weine «seiner» Winzer dabei. Wo so gekocht und probiert wird wie auf der Domaine de Mayol herrscht ein hohes Verständnis der eigenen Weine und der Möglichkeiten, die andere Winzer genutzt haben. Den Weinen merkt man es an und sie bereiten auch an normalen Tischen Freude bei der Begleitung eines Essens.