Domaine du Familongue im Languedoc - Weine mit viel Finesse
Aufgenommen: 4. Februar 2009
Jean Luc Quinquarlet war Zahnarzt in dem Örtchen Saint André de Sangonis. Einem Ort, der zwar genauso abgelegen liegt, wie die Länge des Namens vermuten läßt, aber weit weniger idyllisch anmutet, als der Klang seines Names.
Martine Quinquarlet in der frühen Phase von Familongue: sie hat ein Faß mit einem Glasdeckel verschlossen, um sehen zu können, wie sich die
Maische bei der Gärung genau verhält. Bei der Maische und dem folgenden Gären werden die Qualitäten des Weins entscheidend bestimmt. Das
genaue Verständis, was mit den sorgsam geernteten Beeren in seinem Weinkeller passiert, ist das Fingerspitzgefühl eines jeden Winzers.
Jeder Weinkeller hat seine Besonderheiten und jeder Winzer entwickelt seine Verfahren für diese Besonderheiten. Der Glasdeckel ist eine
besonders originelle Art, der Gärung auf dem Grund zu gehen.
Jean Luc Quinquarlet arbeitet im Weinberg biologisch - was sehr viel Handarbeit bedeutet, um die Reben in einem natürlichen Umfeld gedeihen zu lassen.
Die Aussicht, den Rest seines Lebens den geordneten Bahnen dieses Ortes folgen zu müssen, führte zu einem Entschluss: Jean Luc ging mit einer Butterbrotdose unter dem Arm zur lokalen Cooperative der Weinbauern und lernte, wie Wein gemacht wird. Als er noch den mißtrauischen Blicken seine Nachbarn standhielt, die den Zahnarzt beäugten, der statt im weißen Kittel in seiner alten Hose von den Weinbergern nach Hause kam, war der Grundstein für die Domaine de Familongue gelegt. Die Patienten wurden forthin am Nachmittag von einem zunehmend glücklicheren Jean Luc versorgt.
Von Beginn an war das Ziel, die Weine biologisch zu erzeugen: sowohl bei der Arbeit im Weinberg wie auch bei der anschließenden Kellerarbeit. Die Umstellung auf biologischen Weinbau machen derzeit einige Winzer in Frankreich. Aber es ist immer noch eine kleine Gruppe, die sich in Ihrem Ansatz gegenseitig unterstützen und den neuen Winzern der Domaine de Familongue einiges an Wissen mitgaben.
Die Weine der Domaine de Familongue werden nun schon im vierten Jahr abgefüllt und offensichtlich haben Martine und Jean Luc sich gut überlegt, was sie da angefangen haben: alle Weine haben praktisch auf Anhieb hohe Auszeichnungen in Wettbewerben gewonnen. Das zeugt von der wirklich schönen Machart der Weine. Vielleicht sollten sie die vielen Auszeichnungen nicht gerade auf ihre ebenso schönen wie schlichten Etiketten kleben?
Der Papagei auf den Etiketten ist das Prachtstück einer großen Voliere, die der Domaine de Familongue einen besonderen Reiz verleiht. Es pfeift und schreit wie im Zoo auf dem Gut. Was nicht einmal falsch ist: es hopsen auch einige Kängurus auf dem Grund herum.