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Château Fonbadet in Pauillac trotzt der «folie», die manche im Bordelais ergriffen hat

Das Château Fonbadet

Das Château Fonbadet ist Gut, dessen Weine so klassisch wie seine Gemäuer geblieben sind

Aufgenommen: 18. März 2009

Der Pauillac von Fonbadet

Fonbadet 2003

Stoische Ruhe ist es im allgemeinen nicht, was Bordelaiser Weingüter auszeichnet. Praktisch alle großen Häuser befinden sich in der Hand von Investoren, die mit ihrem Investment mehr noch als Geld ihren Status zu steigern gedenken. Die Familie Peyronie betreibt das Château Fonbadet in Saint Lambert, am Südrand von Pauillac. Sie hat an dem klassischen Weinstil von Pauillac fest gehalten, was im Umfeld von Pauillac sehr (!) bemerkenswert ist.

Einige der weltweit am höchsten bewerteten Weingütern liegen direkt hinter den Weinbergen von Fonbadet. Der verständliche Wunsch der neuen Besitzer nach Rendite traf in den 80ger Jahren auf die üble Kombination von Geld und Parker. Parker mag eigentlich keinen Wein, sondern pechschwarzes Zeug, dass nach Eichenholz und Cassis schmeckt. Blöd nur, dass Parker einer der einflußreichsten Weinkritker ist. Vergibt Parker Weinen eine hohe Bewertung, sind enorme Preise die Folge. «Statustrinker» kaufen blind und zu nahezu jedem Preis von ihm geadelte Weine. Schnell war das Ziel der von Investoren gesteuerten Châteaux im Bordelais: Parkerweine müssen her!

Solche Weine stammen nicht von Winzern, sondern aus Weinfabriken: Trauben bringen solche Aromen nicht ohne technische Eingriffe hervor. Zudem ist der Weinstil, den Freunde des Bordelais bevorzugen, praktisch das genaue Gegenteil dieser Anschauung von «Wein». Ein Weinstil, der sich über sehr lange Zeit entwickelt hatte, wurde wegen einer Modeerscheinung überworfen. Mit dem vielen Geld wurden aus Weinkellern im Bordelais Fabriken, die manchem pharmazeutischen Betrieb das Wasser reichen können. Die Weine im Bordelais wurden dunkel und langweilig, die Preise stiegen auf das 10, 20 oder 30 fache wie die Weine vom Château Fonbadet.

Mit einem kräftigen Tritt in den Hintern hat Pierre Peyronie eine seiner ersten Lektionen im Weinkeller gelernt: er hatte fein säuberlich Spinnweben im Weinkeller zusammen gekehrt. Zu der Zeit waren die Krabbeltiere fast die einzige Möglichkeit der Mücken Herr zu werden, die bei der Umfüllung des jungen Weines den Keller eroberten. Das erledigen heute Fliegengitter und andere kleiner Helfer, die es vor 50 Jahren noch nicht gab. Aber das Verständnis, das Werden der Weine als eine Summe von natürlichen Abläufen zu verstehen, ist geblieben.

Der Reifekeller des Château Fonbadet

Die Fässer, in denen der Fonbadet reift, bestimmen nie das Aroma des Weines - dafür wäre ein echter Pauillac ein viel zu feiner Wein.

Die Familie Peyronie ist trotz der «folie» auf den benachbarten Gütern dabei geblieben, ihre Weine als typische Pauillac Weine zu erzeugen. Fliegengitter und Kühleinrichtungen mit moderner Regelung sind die wesentlichen technischen Neuerungen bei der Weinerzeugung - und die einzigen! Der Wein entwickelt in den drei verschiedenen Weinbergslagen je nach Witterungsverlauf seinen Charakter. Einen über die Jahre uniformen, markengerechten Weinstil zu erzeugen käme Familie Peyronie nicht in den Sinn.

Das Alter der Reben ist mit durchschnittlich 60 Jahren hoch - die Weine entwickeln auf diesen Reben ihren schönen Ausdruck. Der gesunde Zustand der Reben - und nicht etwa die mögliche Bearbeitbarkeit oder Düngung - bestimmen die Arbeit von Pascal Peyronie, die mittlerweile das Château Fonbadet leitet. Schon der Einsatz der Barriques wird nur sehr dezent vorgenommen. Nie soll das Aroma der neues Fässer den Wein maskieren oder gar dominieren.

Schon der Opa, der Erziehung per Pedes betrieb, warf manchen Kollegen vor, die vielen neuen Fässer zu benutzen, um möglichen Fehler in ihren Weinen vorzubeugen. Er, wie auch sein Sohn und Pascale, seine Enkelin lehnen solche Vorstellungen rundweg ab: der Fonbadet dankt es durch seine klaren Aromen, die durch ihren perfekten Zustand glänzen.

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