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Mas Foulaquier mit den Weinen aus der nördlichsten Ecke von Pic Saint Loup

Anlieferung der Trauben im Keller von Mas Foulaquier

Die Anlieferung der Trauben im Weinkeller von Mas Foulaquier.

Aufgenommen: 11. März 2009

Bauten waren das Metier von Pierre Jéquier. In der französischsprachigen Schweiz zeugen viele seiner Projekte von seinem Empfinden modernen Lebens in einem traditionell geprägten Landschaftsbild. Den bedeutenden Aga Khan Preis bekam er zusammen mit anderen Architekten für den Ausbau des zentralen Marktes in Koudougou, der drittgrößten Stadt in Burkina Faso in Afrika.

Es sind weniger formale architektonische Aspekte, für die dieser Preis verliehen wird, sondern es wird die Verbesserung der Lebensverhältnisse von Menschen honoriert. Die Umgestaltung des Marktes wurde in enger Zusammenarbeit mit den Händlern entwickelt - die auch wesentliche Aspekte des originalen Entwurfes nach ihren Bedürfnissen und Vorstellungen vom Leben auf und mit dem Markt geändert haben.

Die Arbeiten wurden von lokalen Handwerkern mit lokalen Baumaterialien durchgeführt. Das Geld der schweizer Entwicklungshilfe hat damit nicht nur einen neuen Marktplatz errichtet, sondern die Lebensgrundlage vieler Betriebe verbessert.

Durch die Investition haben die Betriebe die Möglichkeit bekommen, mit ihren traditionellen Methoden einen großen Gebäudekomplex zu errichten. Viele Betriebe und Handwerker mußten erst wieder an diese vergessenen Techniken herangeführt werden. Der Preis wurde für die funktionale Schönheit des Marktes verliehen und besonders für den Einsatz der Architekten, diesen mühevollen Prozeß im Land zu begleiten.

Dieses Leben und die Erfahrungen daraus war die Basis von Pierre Jéquier als er sich entschloss, lieber selbst etwas Bodenständiges zu bewältigen und nicht nur - wenn auch interessante - Projekte zu leiten. Er wollte selbst handwerklich tätig sein und das in einem direkten Umgang mit der Natur: Winzer zu werden war seine Wahl. Es spricht für seinen Willen, wirklich Winzer (und nicht Weingutbesitzer) werden zu wollen, das er es sich nicht leisten konnte: Mas Foulaquier wurde zusammem mit drei Gesellschaftern ermöglicht, die heute seine Weine in der Schweiz verkaufen.

Mas Foulaquier lebt aber noch von einer zweiten Enthusiastin: Blandine Chauchat. Sie war parlametarische Funktionärin in Paris. Dem Wein verbunden über den Club der Weinfreunde der Nationalversammlung, hat sie im Wein immer schon mehr gesehen als ein Getränk. Ihre Urlaube verbrachte sie zunehmend auf Weingütern: bei der Weinlese in Cairanne oder bei vielen Interviews mit Winzern, die in einem sehr schön gefaßten Buch über französischen Weinbau mündeten.

Den Mut zur Konsequenz hat sie dann auch bewiesen: an der Weinbauschule in Macon im Burgund dürfte sie eine der reiferen Schülerinnen gewesen sein. Ihre ersten Schritte als Winzerin hat Blandine Chauchat in Anjou an der Loire gewagt. Das Treffen mit Pierre hat sie auf die wärmeren Weinberge von Mas Foulaquier geführt: die beiden betreiben Mas Foulaquier als Paar. Die Weinberge von Les Tonnillières, auf denen die gleichnamigen Pic Saint Loups von Mas Foulaquier wachsen, wurden von Blandine mit in die Domaine eingebracht. Ihre Handschrift tragen auch die Weine von Les Tonnillières.

Einmal mehr ist auf Mas Foulaquier ein Weingut von Fremden erschaffen worden. Die Typen, die sich hier niederlassen, legen selbst Hand an. Die meisten Güter dieser Art arbeiten von Beginn an biologisch und erreichen mit ihren Weinen recht schnell (es geht nicht von einer Lese zu nächsten) Spitzenqualitäten. Die Qualität drückt sich nicht in Preisen und Hauben aus, sondern im Ausdruck der Weine, die das Terroir wiedergeben und das Aroma der Trauben. Es sind Weine mit Tiefgang und Facetten. Und wie in Burkina Faso bringen sie das ursprüngliche Handwerk einer Region wieder zum Leben und zu seiner angestammten Bedeutung.

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