Le Mas de Mon Père, das Weingut des unermüdlichen Frédéric Palacios

Frédéric mit seinem Hund Arcane im Frühjahr bei den Reben. Dieses Leben als Modell und vieles wäre gut.
Vaters Schuppen im Malepère - 22. Oktober 2010
22. Oktober 2010
Das Malepère, in dem Frédéric Palacios sein winziges Weingut Le Mas de mon Pére - Der Schuppen meines Vaters - betreibt, ist zwar reich an Geschichte, aber als Weinregion praktisch unbekannt. Im Malepère sind weniger als 400 Hektar mit Reben bepflanzt - zu wenig für grosse Mengen. Ohne grosses Mengen kein Geld für grosse Artikel in Journalen und so bleibt Winzern wie Frédéric Palacios nur der Wille, es besser zu machen, als die Kollegen in renommierteren Lagen.
Frédéric und Sandrine Palacios von Mas de Mon Père
Frédéric Palacios betreibt Le Mas de Mon Père alleine. Die 5 Hektar Rebflächen sind hierfür genau die richtige Größe. Mehr könnte er bei der intensiven Handarbeit, die er für die Qualität seiner Weine benötigt nicht schaffen.
Der Rebschnitt im Januar
Schnee ist selten im Malepère, aber er fällt
Im Winter werden die Reben bis auf den Stamm zurück geschnitten. Im Frühjahr wachsen sie wieder zu den Büschen, an denen die Trauben wachsen.
Die klassische Rebschere: von Hand betrieben
Natürlich gibt es auch für den Rebschnitt Maschinen. Wie oft, ist die Handarbeit bei genauem Arbeiten erforderlich. Mit der Schere (und bei Sachverstand) werden die richtigen Triebe stehen gelassen und der Schnitt mit einem Lack versiegelt.
Die Weine von Mas de Mon Pére gewinnen ihren Charakter aus der Summe der vielen Handgriffe von Frédéric über das Jahr hinweg.
Doch reicht das, sich jeden Morgen aufs Neue in den Weinberg zu stellen oder im Winter dem Blubbern in den Gärbehältern die Befindlichkeiten des neuen Weines zu erahnen?
Er kann kaum erwarten, mit seinen Weinen einmal groß heraus zu kommen wie seine Kollegen in den berühmten Gebieten. Trotzdem hat er sich für den biologischen An- und Ausbau seiner Weine entschieden. Das bedeutet praktisch das ganze Jahr hindurch täglich (oft körperlich hart) zu arbeiten.
Doch Winzer, die Ihr Weingut nicht nur als Broterwerb betrachten, sind Hedonisten. Sie müssen nicht lange gebeten werden, um ihre stillen Momente der Dankbarkeit für ihr Dasein zu offenbaren.
Für einen kalten Januartag, an dem Frédréric nach dem Schneiden von hunderten Rebstöcken die Arme weh tun und er mit seinem Hund Arcane die Wintersonne geniessen kann. Der Duft der Trauben, die über das Jahr reiften im kühlen Herbst den Keller erfüllen. Wer es noch nicht erleben konnte, kann das herzerwärmende eines solchen Momentes kaum nachvollziehen. (Hinfahren!)
Um so berauschender für den kleinen «Mas de Mon Père», dass die Revue des Vins de France, der Zeitschrift für die grossen Jungs der französischen Weinbranche die Weine von Mas de Mon Père vorgestellt hat: als welche von den ganz grossen Weinen Frankreichs!
Rumgehüpft ist er, wie Arcane, wenn es auf die Felder geht - glauben mochte er es nicht recht. Zuviel auf einen Schlag. Aber er lernt damit umzugehen: dass jetzt auch in Deutschland seine Weine angeboten werden. Und auch in den ruhigen Ecken des Malepère Kunden genau hinsehen, was für Weine von dem Gut kommen. Gut so! Wirklich!
Nie mit seinem Wein zufrieden, Perfektionist und immer mit dem Risiko, zuviel zu wollen erzählt Frédéric Palacios auf Mas de Mon Père viel lieber über sein Leben für den Wein als über die Leute, die über ihn schreiben.
So ist es mit dem wahren Hedonismus: er findet Verborgenen statt - und sei es unter der kalten Januarsonne im Malepère. Und wir können daran teilhaben.