Die Freunde zuerst! Mit dem alten Motto von Brassens ist auf Sabots Hélène ein wundervolles Weingut entstanden

Die Freunde von Alban haben viel zu seinem Erfolg beigetragen
Aufgenommen: 14. Juni 2010
«Die Holzschuh' der Hélène» ist ein Lied aus den 1950er-Jahren von Georges Brassens. Statt seine Domaine nach dem Familiennamen oder dem größten Baum im Umkreis zu benennen, hat Alban Michel dem Sänger eine versteckte Referenz erwiesen - der Titel ist 60 Jahre alt. Brassens erfüllte die Voraussetzungen mehr als genug, um als Chansonnier ein französischer Volksheld zu werden: schlechte Noten in der Schule, dubiose Geschichten in der Jugend, im Krieg vor dem Einsatz abgehauen und in Paris untergetaucht.
Michel Alban von Les Sabots d'Hélène betreibt sein Weingut mit viel Sinn für das natürliche Zusammenspiel von Boden, Reben und Klima. Er verwendet fast keine Maschinen, um seine Weinen so viel natürliches Aroma entfalten zu lassen, wie es nur möglich ist.


Die Reben von Sabots d'Hélène
Für seine geschliffene Sprache benutzte er oft eine derbe Wortwahl - das erkannten feinsinnige Geister, die einfacheren erfreuten sich an der Deftigkeit des intellektuellen Liedermachers. Sein Herz hing an den Menschen, die mit beiden Beinen im Leben stehen - oder daneben, wie die arme Hélène in ihren Holzschuhen und ohne Prinz. Sein Lebensmotto könnte der Filmtitel «Die Freunde zuerst» gewesen sein, für die er die Musik geschrieben hat. Das Lied war eines seiner erfolgreichsten.
Seine Domaine mit dem Sänger in Verbindung zu bringen und sich selbst an seinem Erfolg zu messen, passt zu dem Weg, den Alban Michel mit seiner Freundin gegangen ist. Sie wollten etwas anderes, Neues machen. Gelernt hat er das Weinmachen in den geregelten Strukturen an der Rhône. Das war irgendwann genug: Sie wollten etwas Eigenes machen, ohne sofort die alten Geschichten von Leuten zu hören, die schon seit Kindertagen in Sichtweite ihres Hofes geblieben sind.

Im Languedoc sind und waren noch viele Rebflächen günstig zu bekommen: Viele der alten Güter wurden aufgegeben. Die alten Reben stehen noch und werden von Leuten übernommen, die dort neu beginnen. Fast immer sind es Bio-Pioniere, die sehr einfache Vorstellungen von ihrem Weingut haben: Sie wollen es allein bewerkstelligen, keinen modernen Zirkus veranstalten, sondern mit natürlichen, handwerklichen Methoden das Beste aus ihrem Boden und den Reben herausholen.
Im Corbières fanden sich schnell Freunde, die auf die gleich Art ihre Weine machen. Das Zusammenarbeiten ist selbstverständlich und bringt allen Beteiligten nicht nur Vorteile, sondern auch Spaß an der Arbeit. Seine Weine und die Art, wie Alban und seine Freunde ihre Weine erzeugen, hätte Brassens sicher mit einem wunderschönen Lied über die Arbeit der ehrlichen Winzer im Süden ehren wollen. Und Frankreich hätte einige ehrliche, anständige Menschen mehr, deren Leben anderen als Vorbild dienen könnte.