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Der biologische Weinbau ist nicht nur ein privates Vergnügen des Winzers. Sein Wein kann entscheidend durch seine viele Arbeit im Weinberg verbessert werden. Muss aber nicht - und den ersten biologisch arbeitenden Weingütern ging es oft auch nicht daraum. (Den Herstellern der 2.99 Weine im Biomarkt geht es immer noch nicht um Geschmack.)

 Schauen, sehen, hören, riechen fühlen. Winzer sein.

Schauen, sehen, hören, riechen fühlen. Winzer sein.

Luc und Marie Michel wollten auf Zélige Caravent Weine erzeugen, die ihre Handschrift tragen, Charakter haben und Ausdruck. Solche Weine entstehen nur aus vollkommen gesunden Trauben: sie brauchen keine - also überhaupt keine - Zutaten, um den Wein entstehen zu lassen.

Der Winzer muss nur sicher sein, dass die Trauben in seinem Gärbehälter auch ohne Fehltöne seinen schönen Wein erzeugen. Schon kleine Störungen - faule Beeren, ein wenig Schimmel, zu hohe / tiefe Temperatur und ganz besonders eine gestörte Biologie im Weinberg und auf den Schalen der Beeren machen ein solches Vorgehen zu einem Glücksspiel.

Wenn ein Winzer grundsätzlich seine Weine ohne künstliche Hefen vergärt und damit ein ums andere Jahr mit die besten Weine seiner Appellation produziert - und die noch der edele Pic Saint Loup ist - dann braucht eigentlich niemand einen «Bio» Aufkleber auf der Flasche.

Was die Arbeit von Luc Michel von Zélige Caravent so interessant macht: es sind die Nuancen, um die seine Weine besser, schöner ausdrucksstärker sind. Es ist die Feinheit, die seine Weine auszeichnet. Die in Punkte oder Sterne fassen zu wollen - nicht persönliche Wertungen, das ist Geschmack, sondern solche die für Andere gelten sollen - ist vollkommener Unsinn.

Man kann den Wenen von Zélige Caravent durchaus einen Wert an sich zuweisen: sie verkörpern eine Kultur des natürlichen Wein machens und einen reinen, vollkommenen Geschmack. Den muss man nicht unbedingt mögen, obwohl es schwerfällt, es nicht zu tun. Aber ihren Wert als Kulturgut wird jeder erkennen, der Wein nicht als Getränk oder Tröster sieht.