Frankreich
Region
Corbières im Languedoc
Weingut
Les Sabots d'Hélène
it etwas über vier Hektar Rebflächen ist das Weingut von Alban Michel eines der winzigen im Languedoc. Viel mehr könnte Alban mit seinen Freunden auch nicht bewirtschaften. Seine Weine gedeihen ohne dass er groß in die Natur eingreift. Das klingt einfach, ist aber genau das Gegenteil: er muss sich pausenlos um seine Reben und den Wein kümmern. Von alleine bringt die Natur nur verfaulte Trauben hervor, die den Reben wieder als Nahrung dienen.

Die Handpresse wird immer noch von Alban eingesetzt, um die Trauben schonend zu verarbeiten.
Damit aus den Trauben einige der besonderen Weine aus dem Languedoc entstehen, lässt Alban keine Chemie in seine Weinberge und seinen Weinkeller: die Natur soll es alleine bewerkstelligen. Dieses Kunststück, die Natur etwas erzeugen zu lassen, das sie ohne menschliches Zutun nie erschaffen hätte, ist nur bei vollkommen gesunden Reben und Weingärten möglich.
Sehr viel Arbeit ist das für Alban. Aber zum Glück hat er Freunde, die ihm dabei helfen und der Name des Weingutes hat viel mit diesen Freunden zu tun. Es ist ein Lied von einem, der viel über die ehrlichen Leute gesungen hat, die mit beiden Beinen im Leben stehen - müssen.
Italien
Region
Südtirol
Weingut
Untermoserhof, Georg Ramoser

Die jungen Trauben vom Untermoserhof im Frühsommer
Weissweine gelingen Georg Ramoser besonders gut - auch wenn er nur einen anbietet: den Chardonnay. Früher war er ein butterweicher im Holzfass ausgebauter, eleganter Wein. Seit einigen Jahren läßt er die Reifung im Holz weg und der Chardonnay erscheint glasklar und geschliffen in seiner feinfruchtigen, mineralischen Art.
Die Rotweine vom Untermoserhof bieten eine interessante Palette vom aromatischen St. Magdalener bis zu den reifen, vollen Riservas von Lagrein und Merlot. Irgendwie ist es der Lagrein, der in der Region mit seiner saftigen Art zu besonderer Freude gereicht. Und sei es auch nur, weil Merlot aus Frankreich stammt und der Lagrein als Südtiroler Sorte einfach ursprünglich wirkt.
Weine aus Lagen mit einem Wechsel von (Gebirgs-) Kühle in der Nacht und sonnigen Tagen haben den schönen Reiz eine klare Struktur mit einer vollen Reife in Harmonie zu präsentieren. Sie wirken nicht wuchtig und schwer, sondern haben bei ihrer Leichtigkeit eine ausgeprägte Ausdruckskraft, die sie «leicht» trinken lassen und hervorragend ein Menü begleiten.
Frankreich
Region
Corbières im Languedoc
Weingut
Les 2 Ânes
iologischer Weinbau hat im Languedoc nicht gerade Tradition. Er ist hier eher das Pendel, das zurück schlägt. Lange war das Languedoc als Quelle der europäischen Weinseen bekannt. Jetzt ist es schon
seit einigen Jahren eine nie enden wollende Quelle ambitionierter Winzer. Immer mehr abgelegene Weingüter wurden von ambitionierten Winzern übernommen, die unter Qualität nicht irgendwelche Moden
verstehen, sondern bodenständige Arbei im Weinberg.

Die Esel stehen auf ihrer eigenen Wiese und freuen sich riesig über jeden Besuch (Mitte)
Zu den schon etablierten Winzern gehören die beiden sypatischen von der Domaine des 2 Ânes. Zwei Esel waren ihr Sinnbild für ihr eigenes tun: eigene Wege gehen, auch wenn es mal dornig wird.
Die Esel haben sich munter vermehrt, das Weingut produziert schon seit Jahren hervorragende, ausgeglichen ausdrucksstarke Weine. Nach langem hin und her haben sie jetzt auch ihr «biologisch» in den Etiketten versteckt. Hinten, wo man es schon suchen muß. So sympatisch wie die Esel und die Weine!
Italien
Region
Piemont
Weingut
Bricco Maiolica
m Piemont leiden die Winzer unter den überzogenen Preisen für italienische Wein und besonders für Weine aus dem Piemont. So zumindest der Eindruck vieler Konsumenten, die sich vom Piemont schon lange abgewandt haben: viel zu überteuert!

Der Hügel «Bricco» Maiolica auf den Etiketten des Weingutes
Wie immer haben nur wenige Winzer von diesen Preiskapriolen profiiert: die, die es in die Magazine für gehobenen Lebenswandel geschafft haben und mit jeder neuen Preiserhöhung nur noch mehr Etikettentrinker den Hof stürmten.
All das ist Schnee von Gestern, nur der Ruf ist geblieben: das Piemont ist überteuert. Dass hier auch immer schon Winzer einfach nur guten Wein gemacht haben und immer schon einfach nur ihre Arbeit bezahlt haben wollten, ist leider wenig bekannt. Beppe Accomo gehört zu den modernen Winzern im Piemont. Seine Dolcetto und Barbera entwickeln Tiefe und Eleganz. Seine Weine aus der Sorte Nebbiolo sind auch jung schon genussvolle Weine.
Auch die Zeiten, in denen das Alter der piemonteser Nebbiolo in Jahrzehnten und nicht in Jahren angegeben wurde , weil die Tannine vorher den Genuß schlicht unmöglich machten, sind schon lange vorbei. Die Weine von Bricco Maiolica sind schon jung eine Freude. Alles gute Gründe, die Weine aus dem Piemont von einem der talentiertesten Winzer kennen zu lernen.