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Dekantieren

Gereifte Weine liegen meist viele Jahre im Weinkeller. Mit der Zeit fallen in fast jedem Wein Feststoffe aus dem Wein und lagern sich an der tiefsten Stelle der Flasche ab - auf der Seite. Nimmt man die Flasche aus dem Regal, wandert ein Teil davon auf den Boden, ein Teil bleibt am Rand und ein Teil wird im Inneren der Flasche aufgewirbelt. Mit jedem neuen Glas, das befüllt wird, wirbelt der Satz wieder oder weiter auf - kein schöner Zustand für einen hochwertigen und gereiften Wein. 

Dekantieren ist ein technischer Begriff: das Abtrennen von Feststoffen aus einer Flüssigkeit. So profan die Beschreibung ist, nichts anderes ist mit Dekantieren gemeint: man trennt so gut es geht diese Feststoffe von dem Wein. Man giesst den Wein vorsichtig in einem Zug in einen Dekanter. Der Satz bleibt dabei weitgehend in der Flasche. Da der Wein gereift ist, soll er möglichst wenig belüftet werden beim dekantieren. 

Einen Wein zu karaffieren ist etwas Anderes und fast immer wird mit Dekantieren das Belüften von Wein gemeint - das ist jedoch Karraffieren. Dekanter sind daher im Gegensatz zu Karaffen schmal und haben oft einen Deckel.

Der Bodensatz bildet sich durch die Oxidation der Gerbstoffe. Sauerstoff dringt über die Jahre den Korken in den Wein. Er lässt die jugendlichen Aromen reifen und oxidiert die bitteren Säuren - der Wein verändert seinen Geschmack und wird milder über die Jahre. Leider auch trüber.

Mittlerweile werden viele  Weine nicht mehr gefiltert und bilden schon jung solche Trübstoffe. Meist sind die aber gröber und können durch vorsichtiges Einschenken entfernt werden.