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Physiologische Reife

Ein weiterer Begriff für die Reife im Weinberg ist die physiologische Reife. Während früher, als Erik Ode noch Kommissar war, die aktuellen Werte vom Oechslegrad der Weinberge am Rhein in den Nachrichten kam, nimmt man es heute genauer.

Der Gehalt an Zucker, nichts anderes sagt der Oechslegrad - ist nur eine Kenngröße und noch nicht einmal die subtilste. Zucker oder der Gehalt an Alkohol ist sicher immer noch die auffälligste Kenngröße und steht als einziger Wert auf der Flasche.

Die Balance der Aromen, der Säuren, das Tanningerüst sind heute für Weintrinker jedoch keine häufig gebrauchten Worte. Das Niveau der Weine, die man üblicherweise kaufen kann, ist jedoch weit höher als was die verrauchten Herren des internationalen Frühschoppens durch den Qualm hindurch serviert wurde.

Die physiologische Reife umfasst die Gesamtheit der Reife: sicher das Erreichen ausreichend hoher Zuckerwerte, die Säure in den Beeren sowie die phenolische Reife der Beeren.

Je nach Traubensorte oder auch Weintyp Weißwein, Rotwein, Rosé oder natürlich auch Sekt sind unterschiedliche Reifen die richtigen: Weißweine brauchen mehr Säure, Sekt weniger Zucker, Rotweine brauchen die späte phenolische Reife.

Dem sind Winzer nicht erst zum Ende der Reife ausgeliefert. Ambitionierte Winzer steuern das ganze Jahr über, auch durch die Auswahl der Weinberge / Rebsorten den Verlauf der Reife. Dem Wetter sind sie natürlich ausgeliefert. Brauchen die Weine zum Ende Reife noch Sonne und es regnet, wird der Wein nicht ausgewogen sein können.

Ist der Sommer zu heiß, können die Säurewerte für Weißwein zu niedrig ausfallen, dafür aber zu viel Zucker in den Beeren sein.

Auch der neue Begriff physiologische Reife ist nicht nicht exakt, jeder Winzer wird ihn anders auffassen. Auch prägen regionale Unterschiede verschiedene Auffassungen des Begriffes Reife.