Cahors im Südwesten Frankreichs
Das Cahors ist heute die französische Heimat der Rebsorte Malbec, die hier meist Cot genannt wird. Früher war der Tannat dominierend, die Sorte wurde nach der Reblaus jedoch weit seltener angepflanzt als zuvor. Kräftige, dunkle Weine kommen von den Weinbergen an dem Fluss Lot, der das Cahors in gleichmässigen Bögen durchzieht. In den letzten Jahren haben einige Winzer ihrem Ruf als etwas kauzige Gascgonger zum Trotz mit modernen Methoden - nicht zuletzt dem biologischen Weinbau - begonnen. Moderne Weine: ausdrucksvoll und harmonisch, die das Tannin ihres Malbec nicht kaschieren, aber es auch nicht eindimensional betonen sind das Ziel dieser ambitionierten Winzer, von denen hier im weinraum einige vertreten sind.
Statt sich mit dem Wein zu be- und vergnügen, herrschten zwischen England und Frankreich eine Reihe von Kriegen; die als hundertjähriger Krieg genannte Phase von 1.337 bis 1.453. Die Gascogne war nach diesen Kriegen völlig verarmt und im wörtlichen wie übertragenen Sinne ausgeblutet.
Danach behinderte Bordeaux bis zur Revolution 1.799 den Export der Weine aus Cahors, um den eigenen Weinbau zu protegieren. Verhindern konnten sie ihn nicht - der dunkle, kräftige Wein aus Cahors war beliebter als die Weine aus Bordeaux.
1.850 wurden die Weinberge im Bordelais vom Mehltau befallen, die Ernten weitgehend zerstört. Da Cahors verschont blieb, wurden große Weinberge angelegt, um die Nachfrage zu decken. Bis auf knapp 60.000 Hektar wuchs die Rebfläche im Cahors, bis ab 1.860 die Reblaus auch im Cahors alle Reben vernichtete.
Bei der Wieder - Bepflanzung mit Amerikanischen Wurzelreben wurden die falschen Rebunterlagen gepflanzt - sie reiften zu früh und waren zu produktiv. Die Weine aus Cahors waren nur noch einfache, helle Weine für die goldenen 20er Jahre. 1956 zerstörte dann auch im Cahors ein Frost erneut fast sämtliche Weinberge - im Nachhinein fast ein Glück.
Denn als in den 60er Jahren die wenigen verbliebenen Winzer ihre Weinberge neu angelegten, setzten sie wieder auf den bekannten Malbec. Es gab und gibt ihn wieder, den dunklen, kräftigen Wein des Cahors, der sehr lange lagern kann. Damit wurden sie zumindest bei Weinkennern wieder beliebt. Der große Aufstieg blieb den Weinen aus Cahors - schon aufgrund der kleinen Fläche und damit Weinmenge - versagt. Heute stehen im Cahors 3.323 Hektar Reben, ein kleiner Bruchteil vergangener Zeiten.
Der Boden der Causses - Ebenen ist reich an Muschelkalk des Mergel, durchsetzt von wasserspeicherndem Ton und Eisen - der die oft tiefrote Farbe der Causses hervorbringt. 40% des Cahors sind Böden der Causses.
60% liegen in den weiten Mäandern des Lot - Flussablagerungen mit oft sehr grobem Kiesel, der aus weit jüngeren Ablagerungen als die Causses entstanden sind. Drei Terrassenstufen sind an den Hängen zum Lot entstanden. Die tiefste wird oft überflutet und ist daher für den Weinbau ungeeignet. Die zweite ist sandig-lehmiger Boden und recht tiefgründig. Die dritte und höchste Terrasse ist tonhaltig und von grobem Kiesel durchsetzt.
Mit diesen drei Bodentypen ist das Cahors ein vergleichsweise harmonisches Terroir.
Dieses moderne Wissen im Weinberg und die modernisierte Kellertechnik hat wieder einige der ganz großen Weine Frankreichs aus dem Cahors hervor gebracht.