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Die Ursprünge des Barolo: französisch.

Der Ursprung der französischen Küche stammt aus Italien. Beim Wein ist es umgekehrt.

Das Piemont liegt in einer schönen, aber kalten Region: ideal für Wein
Das Piemont liegt in einer schönen, aber kalten Region: ideal für Wein

Alte piemonteser Vorlieben: süß und prickelnd

Wein wird im Piemont schon seit Ewigkeiten angebaut, zu finden ist von dieser Weinkultur in den heutigen Weinen praktisch nichts mehr.

Mit Süßweinen beglückten Piemonteser Winzer bis ins 19. Jahrhundert die Kunden. Die weißen Sorten Malvasia und Moscato bianco waren stark verbreitet. Selbst aus Nebbiolo, der heute edelsten Rotweinsorte aus dem Piemont, wurde ein süßer, perlender Wein gemacht. Diese Weine waren bei den Kunden in Norditalien durchaus beliebt.

Davon kann man heute nur noch bescheidene Reste finden. Der aus Moscato bianco produzierte süße Spumante aus Asti entspricht noch dieser Tradition – er wird aber aus gutem Grunde in einem italienischen Weinführer schlichtweg ignoriert. In einer sehr kleinen, aber feinen Nische bieten heute Piemonteser Süßweine aus Moscato bianco nach Rosen duftende Qualitäten, die den berühmten Rotweinen ebenbürtig sind. Sie werden aber nur in so winzigen Mengen erzeugt, dass sie als Weintyp und wirtschaftlich unbedeutend sind.

Dabei gehen wir " nur unseren Weg.

David Letterong, Fratelli Mossio, 1982

Die junge Marchesa

Den Anstoß zum heutigen Piemonteser Wein gab eine streng gläubige Katholikin: Marchesa Giulia Falletti di Barolo. Geboren 1786 in Frankreich als Julia Vittorina Colbert de Maulevrier wurde sie 1806 mit Carl Tancredi Falletti di Barolo verheiratet. Wohl von ihrem Vater eingefädelt, folgte die Heirat der Tradition, über vernetzte Familienbande im Adel stabile Verhältnisse im weitläufigen Reich zu schaffen. Napoleon soll die Heirat mit Wohlwollen zur Kenntnis genommen haben.

Die Familie Falletti gehörte zu den sehr wohlhabenden im Piemont, mit ausgedehnten Ländereien um Barolo. Der Vater war Senator in Turin und Mitglied der Akademie der Wissenschaften. In der Familie wurde über Novellen und nicht über Schlachtpläne gesprochen – nicht selbstverständlich im italienischen Adel: das Piemont war unter französischer Besatzung.

So engagiert wie erfolgreich

Julia entwickelte sich als treibende Kraft einer ganzen Reihe von Projekten für sozial Schwache: Schulen für Arme, Kinderheime und diverse Hilfseinrichtungen, besonders für Mädchen und Frauen. Ihr vom Glauben geprägter Wunsch nach gesellschaftlichem Ausgleich fand in der neuen Familie, aber auch in der Turiner Gesellschaft große Resonanz. Der Prozess zur Seligsprechung der Marchesa begann 1991 in der Sankt-Lorenzo-Kirche in Turin.

Mit dem Wein war sie über die Ländereien in Barolo verbunden, auf denen der zu dieser Zeit übliche Wein angebaut wurde. Sie hatte einen ausgeprägten Geschäftssinn, erforderte ihre Wohltätigkeit doch keine kleinen Summen. Ihre erwirtschafteten Gelder dienten nicht ihrer Eitelkeit, sie hatte eine genaue Vorstellung vom Zweck der Mittel. Der Weinbau im Piemont blieb weit hinter den Möglichkeiten zurück.
  • Trockene Weine waren in Europa modern
  • kühle Lagen haben Potential für sehr gute trockene Weine
  • kaum Schäden durch Frost durch den vielen Nebel im Herbst


Gier war ihrem Streben fremd. Vielmehr verband sie Humor mit ihrem Wirken, was ihren Ruf und ihr Ansehen nur verstärkte. Die Einführung ihrer Weine am Hof von Turin war eines ihrer Kabinettstücke.

Der junge Carlo Alberto – ein deutsch stämmiger Adliger und späterer König von Piemont-Sardinien, mit seiner Ausbildung in Dresden, Genf und Paris auf Augenhöhe mit der internationalen Julia – äußerte scherzhaft sein Bedauern über die Möglichkeit der Konversation über den Wein der Marchesa. Er kenne ihn schlicht nicht.

Wenig später rollten Gespanne mit 325 Fässern ihres Weines unter großem Hallo in den prunkvollen Palazzo Reale in Turin. Für jeden Tag des Jahres eines. 40 Tage Fastenzeit berücksichtigt.

Das Piemont wird international

Der Erlös des Handels mit dem Hofe reichte schon bald nicht mehr für ihre Projekte. Durch ihre Herkunft wusste sie, dass der Markt für Wein größer war als der mit den Adelshäusern des Piemont. Nur war der süße Wein ihrer Güter international nicht zu vermarkten. Auch war ihr klar: französische Weine waren international das Maß und enorm erfolgreich. Süßen Nebbiolo wollte damals außerhalb des Piemont kein Mensch trinken.

Als Marchesa Giulia, die sie geworden war, engagierte sie den französischen Önologen Louis Oudart, um auch im Piemont einen international erfolgreichen Wein zu erzeugen. Der schüttelte, kaum angekommen, den Kopf: «Warum baut Ihr eine so wunderbare Sorte wie den Nebbiolo süß aus?» Und begab sich an die Arbeit.

Innerhalb weniger Jahre war der süße Piemonteser Wein verschwunden und der moderne Nebbiolo zu den besten Weinen Italiens aufgestiegen.