Nr. 2151
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Château Montplaisir
Das Weingut liegt in Prigonrieux, wenige Kilometer westlich von Bergerac
Château Montplaisir — sechs Hektar, dreizehn Rebsorten
Das Weingut liegt in Prigonrieux, wenige Kilometer westlich von Bergerac, auf der rechten Uferseite der Dordogne. Die Dordogne gibt dem Tal die Fruchtbarkeit ihrer Schwemmböden und mildert das Klima; Wälder, Wiesen, Obstgärten und Reben teilen sich ein Gebiet, das sich seit Jahrtausenden kaum verändert hat. Château Montplaisir steht auf den Terrassen der rechten Uferseite, deren Böden Graves, Sande und alluviale Ablagerungen verbinden; das gemäßigte Klima und die reichliche Sonneneinstrahlung ergänzen diese Böden. Für die Parzellen des Guts selbst nennt Blanc ein lehmig-sandiges Terroir.
Charles Blanc von dem Chateau Montplaisir in Bergerac
Vom Bergerac der fünfziger Jahre zur Versteigerung
Die Familie Collet legte das Gut 1917 an und erzeugte vor allem trockenen und süßen Bergerac; seinen Höhepunkt erlebte Montplaisir in den fünfziger Jahren. Der letzte Vertreter der Familie starb 1975, ledig und ohne Kinder. Am 6. Juni 1978 kam der Besitz unter den Hammer und ging an die Eltern von Charles Blanc: Marie-Françoise Jean, Tochter eines Winzers und Weinhändlers in Saint-Émilion, und Jean-Louis Blanc, Sohn eines Winzers aus der Charente. Sie setzten die Gebäude nach und nach instand und legten den Weinberg neu an. Im Januar 2001 übernahm Charles Blanc, nach drei Jahren an der Seite des Vaters, einer Ausbildung und mehreren Praktika, darunter eines bei Te Kairanga in Neuseeland.
Der modern gestaltete Raum für Degustationen auf dem Château Montplaisir
Halbierung als Programm
Blanc hat die Rebfläche um mehr als die Hälfte reduziert, um jeden einzelnen Stock genau bearbeiten zu können, und bis zu dreizehn Rebsorten in den Anteilen gepflanzt, die er für die Cuvées braucht. Geblieben sind sechs Hektar. Über den biologischen Anbau und Ausbau hinaus beschäftigt ihn inzwischen vor allem die Ent-Mechanisierung — eine strengere, anspruchsvollere, genauere Arbeit, die mehr Aufmerksamkeit und Empfindsamkeit zulässt.
Seine Begründung ist eine Absage an das ererbte Selbstverständnis: Man habe den Boden als bloßen Träger behandelt, Dünger und Herbizide ausgebracht, synthetische Mittel eingesetzt, eine immer schwerere und komplexere Mechanisierung betrieben und der Rebe den eigenen Rhythmus aufgezwungen — zu Lasten des Terroirausdrucks und der Sensibilität des Winzers. Konkret heißt das: geringe Kupfer- und Schwefelgaben, jährlich rund hundert neu gepflanzte Bäume und Sträucher, angesiedelte Tierarten im Weinberg, Pflanzenauszüge in der Phytotherapie, flächendeckende Einsaat einer vielfältigen Begrünung.
Alle weißen und roten Trauben werden von Hand gelesen, um weder Lesegut noch Böden zu beschädigen. Die Transfers von Trauben und Most erfolgen im Wesentlichen über Schwerkraft; die weißen Moste werden vor Oxidation geschützt ins Eichenfass gefüllt. Die schonende Extraktion der Roten geschieht über Infusion. Die Rolle des Winzers im Keller beschreibt Blanc so, dass jeder Eingriff nur eine Hilfe, eine Begleitung sein dürfe, die die Identität des Terroirs respektiert.
Bergerac liegt im großen Südwesten Frankreichs, nahe Bordeaux und seine Weine ähneln jenen aus dem Bordelais
Die Cuvées
Montplaisir (trocken weiß / rot). Ausbau in großen Holzgebinden, um die Frische einer knapp ausbalancierten Reife und das Traubenaroma zu erhalten.
– Blanc: Sauvignon blanc, Muscadelle, Sémillon; weiße Blüten, weißfleischige Früchte, Zitrus, Trockenfrüchte, feine Tannine mit gerade so viel Bitterkeit für Fisch, weißes Fleisch, Käse.
– Rouge: Merlot, Cabernet Franc, Malbec; Granat mit violetten Reflexen, Lakritz, Heidelbeere und Brombeere, Wacholder, im Verlauf Fruchtkerne und Röstnoten, Pflaume und Kirschkern mit Kakao, feste natürliche Tannine, Höhepunkt in vier bis fünf Jahren.
Monochrome. Cabernet Franc und Chenin haben sich Blanc über die Jahre durch Spannung und Fülle aufgedrängt und auf dem lehmig-sandigen Terroir ihren Platz gefunden.
– Sec, 100 % Chenin: blassgelb mit goldenen Reflexen, Mirabelle, weißer Pfirsich, Quitte, frische Mandel, Bienenwachs, Akazienblüte, Kardamom; dominierende Mineralität, große Länge.
– Rouge, 100 % Cabernet Franc: Lakritz, dann rote Beeren, Himbeere, gestoßener Pfeffer, Veilchen; unter samtiger Textur eine kreidige Empfindung, ziselierte Tannine, Ausbau im Eichenfass.
Polychrome. Hier macht die Assemblage den Wein, keine Sorte dominiert; jede wird getrennt vinifiziert.
– Blanc: Sauvignon blanc, Chenin, Muscadelle, Sémillon; weißfleischige Früchte, Trockenfrüchte, Blüten, Gewürze, große Frische im Abgang.
– Rouge: Cabernet Franc, Merlot, Cabernet Sauvignon, Malbec; schwarzer Pfeffer und Paprika, Heidelbeere und Brombeere, Flieder und Glyzinie, im Abgang Rose; Ausbau in Foudre und Eichenfass.
ZK121. Der Holzausbau dient hier nur dazu, das Ungestüm zu kanalisieren.
– Blanc: Sauvignon blanc, Sémillon; aus den Säften mit dem größten Schalenkontakt, daher Fülle und Länge; Vinifikation im Eichenfass, mehrmonatiger Ausbau — zu reichhaltigen Gerichten oder einige Jahre zu lagern.
– Rouge: Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Merlot; Kirsche und Brombeere, Gewürze, Röstnoten, getrocknete Blüten; aus den besten Parzellen, sehr langer Ausbau in eigens gewählten Eichenfässern, ausgesprochener Lagerwein.
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