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Der grünere Garten des Nachbarn

Domaine Modat im Roussillon

Weinberge bei der Domaine Modat im Roussillon
Weinberge bei der Domaine Modat im Roussillon

Die Domaine Modat im Roussillon habe ich vor zwei Jahren besucht und war beeindruckt: vom notwendigen Aufwand für die Weine der Domaine und dem Willen von Philippe Modat, dieser Herausforderung treu zu bleiben.

Hier einige Eindrücke von der Arbeit von Philippe Modat. Und vom Geschmack der biologischen, naturnahen Weine und warum die ganze Geschichte spannend ist. Und wirklich die «ganze» Geschichte. Man kann die Arbeit und die Weine von Modat auch auf «bio» reduzieren, oder «nachhaltig» oder «Spitzenwinzer» - je nachdem was, wie oder an wen man verkaufen möchte.

Die Geschichte, die ein Wein erzählen kann, seine Seele, hat nichts mit bio, nachhaltig oder schwefelfrei zu tun. Es sind die vielen Details, die ein Winzer jeden Tag abwägt, die Weine einer Domaine einzigartig werden lassen können: jede Lage, jede Traubensorte wird gesondert bearbeitet. Die Verarbeitung im Weinkeller ist vom Winzer abgestimmt auf die kleine Parzelle, von der die Trauben stammen. Alles, damit jeder der Weine eine Geschichte entwickelt, die Monate und Jahre später am Gaumen des Weinfreundes erzählt wird, wenn er oder sie sich darauf einlassen.

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Philippe Modat mit carignan blanc für den de-ci-de-la
Philippe Modat mit carignan blanc für den de-ci-de-la

Muss man all das wissen, wenn man eine Flasche Wein aufmacht? Nein.

Bekommt man nicht etwas Ähnliches, wenn man einen zertifizierten bio/vegan/schwefelfrei/nachhaltigen Wein kauft? Vielleicht. All das sind nur die Voraussetzungen für tolle Weine, nicht die Garantie dafür. Es ist auch ein Unterschied im Aufwand: eine Zertifizierung kostet im Prinzip einen Betrag. Ob für einen kleinen Weinberg oder ein Rebenmeer - der Aufwand an Administration ist hoch, aber gleich. Für eine große Fläche und erzeugte Menge sind die Kosten einer Zertifizierung also vergleichsweise niedrig.

Um richtig handwerkliche Weine aus vollreifen Trauben zu erzeugen, ist der Aufwand proportional zur Fläche.

Oder einfacher: ein kleiner Familienbetrieb bekommt leichter einen sehr guten Wein als ein Bio - Zertifikat. Für einen Großbetrieb ist es viel leichter ein Bio - oder sonstwas Zertifikat zu bekommen, als handwerklich guten Wein zu erzeugen. Daher kosten die super Weine aus der Toskana und dem Bordelais auch so enorm viel: die großen Erzeuger müssen für die viele Handarbeit zahlen, die auf Modat von Phillipe gemacht wird.

Und? Einfach ein gesundes Misstrauen bei zu vielen Aufklebern auf der Flasche. Und die Geschichte von der Domaine Modat lesen:

Im Bild oben sind einige Parzellen um die Domaine Modat. Modat ist ein rein biologischer Betrieb, einige Nachbarn verzichten auf chemische Unkrautvernichtung, düngen aber ihre Weinberge. Deren Ertrag ist höher, der Aufwand jedoch kleiner. Die Erträge auf Modat sind enorm klein, die Konzentration in den Beeren ebenso hoch.

Zwischen den Reben wandernd, lauscht man dem Zirpen der Grillen, genießt den Duft der wild wachsenden Kräuter. Auch nach vielen Besuchen auf Weingütern fallen mir die Unterschiede zwischen den Parzellen kaum auf, der Winzer weist mich auf Nuancen hin:

Links der mit Stickstoff gedüngte Weinberg, rechts der ungedüngte
Links der mit Stickstoff gedüngte Weinberg, rechts der ungedüngte

Die Düngung bedeutet mehr und stabileres Wachstum der Pflanzen - die Reben sind nicht nur viel grüner als die im Garten des Nachbarn, sie tragen auch mehr Früchte - bringen also mehr Ertrag.

Den Unterschied zwischen gedüngt und ungedüngt sieht man aus der Ferne, auch den Unterschied zwischen mechanischer Unkrautentfernung und chemischer:

Konventioneller Weinberg - kein Gewächs zwischen den Reben.
Konventioneller Weinberg - kein Gewächs zwischen den Reben.

Im konventionellen Weinberg bekämpft der Winzer das Unkraut mit chemischen Mitteln - der Boden ist kahl und trocken zwischen den Reben. Dort leben auch keine Lebewesen mehr, die den Weinberg gesund halten - von Vögeln, Würmern und Käfern keine Spur.

Ob der Wein auf die eine oder andere Art angebaut wird: Ist das nicht egal?

Reben sind sicher in einer natürlichen Umgebung besser aufgehoben, als auf solch einem Steinboden. Entscheidend ist jedoch die Flora auf den Beeren bei der Lese: wird munter gespritzt, sind auch die Hefen auf den Beeren entweder weg, oder weniger oder es haben sich Stämme gebildet, die nicht erwünscht sind.

Vorne das satte Grün der gedüngten Pflanzen, hinten die wackeren mit der Nahrung aus dem Boden.
Vorne das satte Grün der gedüngten Pflanzen, hinten die wackeren mit der Nahrung aus dem Boden.

Im Weinkeller sind die Folgen der Arbeit im Weinberg sofort bemerkbar.

Hefen vergären die Trauben zu Wein. Naturnahe Weine werden mit den Hefen vergoren, die auf den Beeren natürlich gedeihen, die sogenannte Spontangärung. Das klappt, wenn die Trauben gesund sind. Meistens, denn der Prozess ist heikel.

Es können Kulturen von Hefen auf den Trauben sein, die Nebentöne erzeugen. Oder zu wenig Hefen haben sich gebildet - wegen Trockenheit oder weil eine Wolke vom Nachbarn die Mühe zunichte gemacht hat. All das kann bei naturnahen Weinen unerwünschte und sogar fehlerhafte Noten hervorbringen.

Viele Winzer nehmen daher künstliche Hefen und geben sie dem Most zu. Die reagieren. Immer. Und schmecken so, wie man sie haben möchte: nach nichts, nach Vanille oder sie bilden den putzigen Cassis - Ton, den Kunden so gerne haben. Einen besonderen Charakter eines Weinberges entwickeln die künstlichen Hefen weniger als natürliche Hefen.

Trockeneis im Auffangbehälter
Trockeneis im Auffangbehälter

Auf Modat wird mit natürlichen Hefen gearbeitet, aber man will keine Fehltöne im Wein. Um das zu verhindern, ist im biologischen Weinbau viel Sachverstand erforderlich. Und viel Technik, besonders Labortechnik.

Hier im Bild bildet Trockeneis eine CO2 - Schicht über dem Ablauf aus der Presse. So wird verhindert, dass der Saft oxidiert. Früher hat man Schwefel dazu gegeben und mit viel mehr Druck gepreßt: dass ging viel schneller. Die hochmoderne, technische Presse erzeugt erst den weichen Saft, der die Weine nicht mit den harten Aromen der Schalen belastet.

Dieser Aufwand ist nicht notwendig. Weder für Wein an sich, noch für biologischen Wein. Auf Modat wird es jedoch gemacht, um den Weinen ihren besonderen Charakter zu geben.

Die moderne Einrichtung in der Domaine Modat
Die moderne Einrichtung in der Domaine Modat

Zu den Besonderheiten moderner biologischer Betriebe gehört der hohe technische Aufwand: konventionelle Betriebe arbeiten mit standartisierten Verfahren, die kaum Abweichungen im Prozess erlauben: die Trauben werden gepresst, Kunsthefe dazu und der Wein entsteht ohne Umwege.

Bei dem schonenden Verfahren wie es Philippe Modat bevorzugt, muß der Zustand vom Wein ständig überwacht werden. Säuregehalt, Temperatur und chemische Zusammensetzung werden in einem Labor neben dem Weinkeller gemessen und wenn nötig der Prozess geändert.

Es ist in modernen, naturnahen Betrieben oft ein erheblicher technischer und analytischer Aufwand am Werk, um besondere Weine zu erzeugen. Jedenfalls ist es meine Erfahrung als Händler, dass die Geschichten vom Mondkalender und vergrabenen Kuhhorn im Weinberg keinen interessieren, wenn der Wein acetonisch riecht oder der Rotwein in der Flasche perlt. Selbst gute Gründe dafür sind Weintrinkern herzlich egal: sie wollen es nicht.

Moderne biologisch / naturnahe Weingüter sehen daher meist sehr sauber, modern und chic aus, wie die Domaine Modat hier. Anders wird der Weinbau schnell zur Lotterie.

weinraum - warenkorb

Domaine Modat

Roussillon Village Sans plus attendre

Weintyp: Rot, kräftig - 15.5 Vol%

Jahrgang: 2012

Trauben: 60%  Syrah, 20%  Grenache, 20%  Carignan,

Beschreibung: hier klicken

Preis: 15.00 €

26

Domaine Modat

Petit Moda(t)Amour rouge

Petit Moda(t)Amour rouge
 

Weintyp:

Rot, kräftig - 14 Vol%

Jahrgang:

2015

Trauben:

50%  Syrah

30%  Carignan

20%  Grenache

Beschreibung:

hier klicken

Preis:

11.00 €

24

Domaine Modat

Vinaigre de Banyuls 50cl

Weintyp: - 2 Vol%

Trauben: 100%  Grenache Noir

Beschreibung: hier klicken

Preis: 15.00 €

24

Domaine Modat

Les Lucioles blanc

Weintyp: Weiß, volumenreich - 14 Vol%

Jahrgang: 2015

Trauben: 50%  Viognier, 20%  Roussanne, 20%  Grenache gris, 10%  Carignan blanc,

Beschreibung: hier klicken

Preis: 18.00 €

14

Domaine Modat

Roussillon Blanc de-ci, de-là

Weintyp: Weiß, volumenreich - 13.5 Vol%

Jahrgang: 2015

Trauben: 40%  Carignan blanc, 30%  Grenache gris, 30%  Macabeo,

Beschreibung: hier klicken

Preis: 12.80 €

8

Domaine Modat

Le plus joli

Weintyp: Rot, tanninreich - 14 Vol%

Jahrgang: 2011

Trauben: 66%  Syrah, 33%  Carignan,

Beschreibung: hier klicken

Preis: 40.00 €

1

Domaine Modat

Roussillon Rouge Comme Avant

Roussillon Rouge Comme Avant
 

Weintyp:

Rot, kräftig - 14.5 Vol%

Jahrgang:

2013

Trauben:

40%  Grenache

30%  Syrah

30%  Carignan

Beschreibung:

hier klicken

Preis:

12.80 €

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Domaine Modat

Petit ModAtmour blanc

Weintyp: Weiß, volumenreich - 13.5 Vol%

Jahrgang: 2015

Trauben: 40%  Viognier, 30%  Grenache blanc, 30%  Muscat,

Beschreibung: hier klicken

Preis: 11.00 €

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