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WEINRAUM Wein aus gutem Grund
Lexikon

Climat im Burgund

Feine Unterteilung des Burgund in kleinste Climats

Rebflächen bei Pernand-Vergelesses, oben der Wald von Corton
In der Côte d’Or wurde der Begriff Climat lange mit dem lieu-dit gleichgesetzt oder zumindest vermischt. Tatsächlich ist seine Bedeutung spezifischer.

Das Climat bezeichnet eine exakt abgegrenzte Rebparzelle mit eigener historischer Identität. Entscheidend ist nicht allein der Flurname, sondern die über Generationen gewachsene weinbauliche Erfahrung, die mit diesem klar umrissenen Terrain verbunden ist.

Historisch entstand das Climat-Konzept im Mittelalter, als insbesondere Klöster wie Cîteaux und Cluny begannen, Parzellen systematisch zu beobachten und voneinander zu unterscheiden. Über Jahrhunderte wurden Unterschiede in Bodenstruktur, Exposition, Reifeverhalten und Ertrag dokumentiert. Diese Beobachtungen führten zu klar definierten Parzellengrenzen.

Im 18. und 19. Jahrhundert wurden diese Differenzierungen zunehmend verschriftlicht. Besonders bedeutend war die Arbeit von Jules Lavalle (1855/1861), der zahlreiche Lagen qualitativ einordnete. Damit erhielt das Climat-Prinzip erstmals eine systematische Hierarchisierung.

Rechtlich fixiert wurde das Climat jedoch erst im 20. Jahrhundert mit der Einführung des AOC-Systems. Mit der Gründung des INAO 1935 und den darauffolgenden Appellationsdekreten ab 1936 wurden die Parzellengrenzen offiziell anerkannt und gesetzlich geschützt.

Ein Climat kann:

  • nur einen Teil eines größeren lieu-dit umfassen,

  • mehrere lieux-dits ganz oder teilweise einschließen,

  • oder historisch als eigenständiger Name anstelle eines lieu-dit bestehen.



Das Climat ist somit eine funktionale Einheit des Weinbaus, die auf historischer Kontinuität, wiederholter Beobachtung und langfristiger Reputation beruht. 2015 wurden die «Climats de Bourgogne» von der UNESCO als Kulturlandschaft anerkannt. Gemeint ist dieses historisch gewachsene Parzellensystem.

Côte und Coteau



Die Begriffe Côte und Coteau bezeichnen im Burgund Hanglagen. Sie beziehen sich auf den Hangbereich und nicht auf den gesamten Hügel.

«La Côte» meint insbesondere das langgestreckte Hangband der Côte d’Or. Die «Arrière-Côte» bezeichnet die weiter westlich gelegenen Höhenzüge.

Der Cru



Der Begriff Cru leitet sich vom französischen Verb croître (wachsen) ab. Historisch wurde «Cru» in Burgund teilweise unscharf verwendet und gelegentlich synonym zum Climat gebraucht. Im modernen Rechtssystem bezeichnet der Cru jedoch eine Klassifikationsstufe innerhalb der AOC-Struktur.

In Burgund unterscheidet man:


  • Grand Cru

  • Premier Cru

  • Village


Der Cru ist damit eine juristische Hierarchiekategorie. Er beschreibt die Einstufung eines Climat oder einer Lage innerhalb des Appellationssystems.