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WEINRAUM Wein aus gutem Grund
Lexikon

Löß - Boden

Lößboden in einem Weinberg in Baden
Lößböden entstanden größtenteils im Holozän während der letzten Eiszeit und in der frühen postglazialen Zeit, also vor etwa 110.000 bis 15.000 Jahren. Während dieser Zeiträume herrschte ein trockenes und kaltes Klima, das zur Entstehung von großen Mengen feinen, windgetriebenen Staubs führte. Dieser Staub wurde in bestimmten Regionen abgelagert und bildete im Laufe der Zeit Löss.
Der genaue Zeitpunkt der Lößbildung variiert regional stark, abhängig von lokalen geologischen und klimatischen Bedingungen. In einigen Regionen können Lössablagerungen bis zu mehrere Millionen Jahre alt sein. In anderen Gebieten, insbesondere in trockenen und windigen Regionen, kann Lößbildung auch heute noch stattfinden.
Löß ist eine Art von Sediment, das hauptsächlich aus feinen Partikeln von Quarz, Feldspat und Mica besteht. Es ist oft hellgelb oder hellbraun und kann große Mengen an Wasser speichern. Löss entsteht durch Windablagerungen und ist weltweit in verschiedenen Klimazonen zu finden.
Im Weinbau bildet Löß ausgezeichneten Weinbergboden. Die feinen Partikel ermöglichen eine gute Wasserretention, was in trockenen Regionen von Vorteil ist. Gleichzeitig ermöglicht die lockere Struktur des Lösses eine gute Drainage, um Staunässe zu vermeiden. Die mineralische Zusammensetzung des Lösses kann auch dazu beitragen, den Geschmack des Weins zu beeinflussen.
In Frankreich gibt es mehrere Weinregionen, in denen auf Löß Böden Wein angebaut wird. Dazu gehört zum Beispiel die Region Loire, vornehmlich die Gebiete um Anjou, Saumur und Vouvray, wo Reben gepflanzt auf Lössböden Chenin Blanc gepflanzt.
Auch in der Region Elsass findet man Lößböden.
Weitaus mehr Löß gibt es in den Weinregionen in Deutschland. Rheinhessen, die größte Weinbauregion Deutschlands enthält bedeutende Flächen mit Löss- und Löss-Lehmböden. Diese Böden, die das Wasser gut halten können, tragen zur Produktion von hochwertigem Riesling und anderen Sorten wie Silvaner und Müller-Thurgau bei.
Baden, das südlichste Weinanbaugebiet Deutschlands, besitzt ebenfalls bedeutende Weinberge mit Lössböden. Hier gedeihen Rebsorten wie Grau- und Weißburgunder hervorragend auf diesem Bodentyp.
In der Pfalz gibt es ebenfalls Gebiete mit Lössböden. Sie sind bekannt für die Produktion von Riesling, aber auch für Burgundersorten.
Unter Geologen ist der Begriff Löß nicht immer klar definiert. Da Löß durch Ablagerungen entstanden ist und somit oft verschiedene Komponenten in den Böden enthalten sein können, ist die Frage, ob ein Boden nun Löß ist oder nicht, nicht immer eindeutig zu beantworten.