Arneis
Arneis — die Rebsorte
Im piemontesischen Dialekt heißt Arneis «die kleine Schwierige». Die Rebe ist anfällig für Mehltau, die Erträge sind niedrig, und der Wein oxidiert leicht. Werden die Trauben zu reif, fällt die Säure ab und der Wein wird flach.
Arneis verlangt gutes Augenmaß bei der Lese und niedrige Erträge — wer das nicht investiert, bekommt einen harmlosen, austauschbaren Weißwein.
Bis in die 1980er Jahre war die Sorte fast verschwunden. Sie diente jahrhundertelang als Verschnittpartner für Nebbiolo, um dessen Tannine abzumildern. Dass Arneis als eigenständiger Wein funktioniert, verdankt sich einer Handvoll Winzer im Roero, die das Risiko auf sich nahmen. Der bekannteste Arneis trägt heute die Bezeichnung Roero Arneis DOCG — aber es gibt auch Arneis aus den Langhe, auf dem älteren, härteren Boden.
Arneis aus der Langhe ist seltener und anders: nicht der schnelle Aperitif, sondern ein Weißwein mit Rückgrat. Giuseppino Anfossi baut seinen Arneis in Guarene an, auf dem Kalkmergel der Langhe, zwei Kilometer von Alba entfernt. Sein «Fussot» stammt aus einer einzelnen Parzelle auf südöstlich ausgerichtetem Mergelboden. Er dünnt 30 bis 40 Prozent der Trauben aus und erntet knapp zwei Kilogramm pro Rebstock.
Das Ergebnis ist ein Arneis mit dem Ausdruck dieses Terroirs, einer angenehmen Tiefe und ein Anlass zur Freude, begleitet ein gut gemachtes Essen aus der Piemonteser Küche.