Vaucluse in der Provence
Fährt man durch die Weinberge, wechselt man häufiger die Landschaft. Bei Bonnieux steigt der Luberon auf, ein Gebirgszug, der von West nach Ost verläuft. Die höchste Erhebung ist der Mont Ventoux.
Das Vaucluse wirbt mit 340 Sonnentagen im Jahr. Die Autobahn von Norden entlang der Rhône heißt nicht von ungefähr «Autoroute du Soleil».
Die vielen unterschiedlich erfüllten Tage in der Vaucluse enden recht homogen. In einer Brasserien oder einem Restaurant reicht der Wirt den Reisenden mit einem aufmunternden Lächeln einen offensichtlich besonderen Rotwein zu seinem Cassoulet: «von meinem Nachbarn». Im Vaucluse hat fast jeder einen Nachbarn oder Bekannten, der etwas mit Wein zu tun hat. Und wer im Vaucluse etwas mit Wein zu tun hat, der macht besonderen Wein.
Wein wird auch in der Drôme angebaut und im südlicher gelegenen Bandol - einige der bekanntesten Weine von der Rhône stammen jedoch aus der Vaucluse. Sablet, Vacqueyras, die Weinberge am Fuße des Ventoux und Gigondas ist wohl der Herz der Weine der Provence. Auch der Châteauneuf du Pape kommt aus dem Vaucluse, da ist der Name allerdings mehr Wert als der Wein.
Die Hanglagen fangen die Sonne ein und sorgen im Herbst für die dringend notwendige Kühle in den Weinbergen - was die tieferen Weinberge nicht haben. Die etwas höher gelegenen Weinberge sind kühler als die tieferen Lagen, jedoch auch nicht so hoch wie etwa die Ausläufer des Mont Ventoux. Dort sieht man, wie in tieferen Lagen noch Wein angebaut wird, in höheren der Lavendel wächst und noch weiter oben nur noch Wald überlebt.
Diese Kombination Boden, Gefälle und Kühle gibt es im Vaucluse in verschiedenen Varianten auf engem Raum und daher so viele klingende Namen der kleinen Appellationen.
Die heutige Dickschädligkeit seiner Bewohner dürfte zu einem großen Teil aus diesen Erfahrungen genährt sein.