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WEINRAUM Wein aus gutem Grund
Das Weinjournal

Handwerkliche Weine

Weinbau ist Handarbeit. Man macht sich die Arbeit oder nicht. Man merkt den Unterschied

Was sind handwerkliche Weine?

Sie stammen von Winzern mit eigenen kleinen Weinbergen. Winzer, die zu den Ursprüngen zurückgehen und nichts anderes zur Erzeugung der Weine verwenden, als Trauben. Das Wesentliche, das Entscheidende, was sie weglassen, ist die künstliche Hefe, die die Gärung in Gang setzt. Mehr dazu in dem verlinkten Artikel.
Dieses Weglassen der künstlichen Hefe erfordert ein ausgesprochen konsequentes Arbeiten: die Weinberge müssen völlig gesund sein und keinerlei chemischen Spritzmittel dürfen in den Weinberg.
Der Weinkeller muss geradezu klinisch sauber sein, die Gärung ständig überwacht werden.

Was bringt das?

Die natürlichen Hefen bringen weit tiefgründigere Aromen hervor, als es künstliche Hefe kann. Sofern die Weinberge gesund und der Weinkeller absolut sauber ist.
Also fast das Ideal eines guten Weines mit Charakter.
Da von solchen Weinen nur wenig erzeugt werden kann, stehen solche Weine kaum im Rampenlicht. Selbst die besten dieser Weine kosten selten mehr als 30 Euro, viele gibt es für unter 10 Euro.

Ton Eier, man muss «Amphoren» sagen, wenn es teuer werden soll auf der Domaine Balansa im Corbières, Languedoc

Was ist daran besonders?

Das konsequente Arbeiten ist nicht Sinn und Zweck dieser Art der Weine. Es sind die natürlichen Einflüsse von Boden, Klima, Rebsorte und Weinbereitung, die in dieser Art Weine einen weit größeren Einfluss haben, als bei einer konventionellen Erzeugung. Solche Weine werden auch als naturnah bezeichnet. Ein Begriff, der jedoch die Finessen der Winzer marginalisiert.
Die Aromen solcher Weine vermitteln ein intensiveres und weit vielschichtigeres Spektrum, das auch weniger Geübte wahrnehmen. Die Weine sind angenehm anders. 
Papiere werden ausgestellt auf der Domaine Cébène im Faugères. Die müssen genau sein. Weinbegriffe auch

Bio, öko, handwerklich, natur: warum gibt es so viele Weinstile? Was sind die Unterschiede?

Wein ist ein etwas kompliziertes Lebensmittel, weil es (zu) ernst genommen wird. Die wenigsten Menschen würden über Marmelade oder Käse diskutieren; und das auch noch lange und ernsthaft. Bei Wein ist es anders, man spricht darüber und wer zwei Sätze flüssig über Wein reden kann, ist ganz vorn in der Aufmerksamkeitskette. Wer es übertreibt, ist unten durch: «Schwätzer!»
Die Winzer müssen sich irgendwie nach vorn drängeln, damit sie wahrgenommen werden und kommen gerne mit neuen Moden auf den Markt.
Als Folge entwickeln sich Begriffe, mit denen Kunden und Erzeuger gut leben können und die oft mit einem politischen feeling korrespondieren.

Der Begriff bio hat sich deutlich gewandelt, seit die Grünen mit der CDU koalieren könnte.Oft sind die Begriffe recht stark besetzt. Bio und Demeter gelten vielen heute wichtige Kriterien, um sich gut zu ernähren. 
Naturweine sind in der Weinszene gerade hip, orange wine, Wein muss divers sein wie der Schlagerwettbewerb und neuerdings die Weinkönigin, die keine mehr sein darf. Nun ja.

Die Unterschiede der Weinstile liegen hingegen in den Details und kein einziger Begriff sichert einem einen leckeren Wein im Glas. Bio und Demeter bedeutet nur Verbote, damit ist noch nichts Gutes gewonnen. Vieles von den diversen Weinen ist gut gemeint, aber nicht gemacht.

Was «handwerklich» bedeuten kann, weiß wohl jeder, der schon einen beauftragt hat.

Handwerklicher Wein ist für mich bislang nicht politisch eingefärbt und zielt nur auf das Ergebnis im Glas. Es bedeutet nicht besser, eher bewußter und das muss man wollen. Manche, die eher konventionelle Weine mögen, sind mit solchen Weinen eher unzufrieden. Es ist Geschmacksache.
Handwerklicher Wein ist für mich bislang nicht politisch eingefärbt und bedeutet:
- kleine Winzerbetriebedie eigene Weinberge selbst oder mit einigen Helfern bearbeiten
- Wein, der aus einem oder wenigen Weinbergen stammtkeine chemischen Mittel zu Weinerzeugung und im Weinberg
- die Winzer mögen selbst guten Wein und suchen den guten Geschmack