Trockenheit und Wein im Süden von Frankreich
Selbst Reben, die eigentlich sehr gut mit solchem Wassermangel zurechtkommen, weil sie sehr tief wurzeln (können), standen zum Teil verdörrt in einzelnen Weinbergen.
Damit waren natürlich auch die Winzer recht verschieden in ihren Ansichten. Zum einen wurde über technische Möglichkeiten dikutiert - Regenwasser auffangen, Nutzwassernetze, die aufbereitetes Wasser nutzen statt dem wertvollen Grundwasser.
Bodenbearbeitung gegen die Trockenheit
Der wesentliche Beitrag, den Winzer erbringen können / könnten ist die Bearbeitung der Weinberge und deren Böden. Also etwa die Pflanzung der Rebzeilen längs zur Laufbahn der Sonne, sodass sich Rebzeigen gegenseitig Schatten geben.
Pflanzen zwischen den Reben gegen die Trockenheit
Dieser Bewuchs zwischen den Reben wird vielfach gefördert, weil er das biologische Gleichgewicht im Weinberg erst ermöglicht oder erweitert. Die gezielte Bepflanzung mit bestimmten Pflanzen kann den Boden auflockern, fehlende Nährstoffe in den Boden bringen und insbesondere Nützlingen einen Lebensraum geben.
Rebenwurzeln tief - wenn sie müssen
Nach einigen Jahren jedoch sanken die Erträge signifikant und insbesondere die Widerstandskraft der Reben gegen Trockenheit nahm deutlich ab. Nachdem sie die Rebzeilen wieder tief gepflügt haben (Teufelswerk bei einigen Winzerschulen), verbesserte sich beides sofort wieder. Die Erklärung ist, das Reben faul sind, wie wir alle. Wenn das Wasser nahe an der Oberfläche verfügbar ist, warum dann die Wurzeln tief in undurchdringliches Gestein treiben?
Zudem gibt es das schöne Bonmot, das Korrelation noch keine Kausalität bedeutet. Eine Maßnahme kann also in einem Weinberg die richtige sein und auch die Erklärung dafür mag stimmen. Ob das gleiche Vorgehen hingegen bei einem geologisch anderen Boden zum gleichen Ergebnis führt, sei dahingestellt.
Auf weitgehend identischem Grund sind auf einigen Weinbergen die Reben in der Lage, in den fein gespalteten Schiefer sehr tiefe Wurzeln zu graben und tief aus dem Grund ausreichend Wasser zu finden. Diese Böden lagen etwa auf der Höhe des Ortes Faugères, eingerahmt von grünen Hecken und Büschen.
Gänzlich anders die Situation auf einem Weinberg auf einer südlich gelegenen Anhöhe in südlicher Ausrichtung - eigentlich eine perfekte Lage, um kraftvolle und feingliedrige Weine zu gewinnen. Durch das tiefer gelegene Grundwasser und stärkere Sonneneinstrahlung war der Bewuchs nur niedriges Buschwerk, zuden sehr von der Trockenheit gezeichnet.
Die sehr eng gepflanzten Reben sind unter normalen Bedingungen ein Zeichen von Qualität - die Reben konzentrieren die Wasser und Nährstoffe in die Bildung von Trauben. Die enge Bepflanzung ermöglicht keinen Einsatz eines Traktors, um die Wurzeln der Oberfläche zu kappen und die Reben so zu tieferem Wurzeln zu zwingen und an ein Bewuchs, der an bei Pech Redon zu so guten Ergebnissen geführt hat, war hier wegen des kargen Bodens und der Trockenheit nicht zu denken. Zumindest nicht wirtschaftlich.
Folgen der Trockenheit für den Weinbau im Languedoc
Wasser auf die Mühlen der Leugner des Klimawandels sind die konträren Ereignisse, die dem Klimawandel zugeschrieben werden. Ist es derzeit die Trockenheit - auch im Winter 23/24 hat es viel zu wenig geregnet - kann es in den Folgejahren durchaus zu anhaltender Nässe und Überschwemmungen kommen. Das gab es wohl seit Menschengedenken, neu hingegen sind die extremer werdenden Ausschläge dieser Ereignisse. So waren 2023 weite Teile der nördlicher gelegenen Weingebiete in Frankreich wegen anhaltend feuchten Wetters vom Mehltau betroffen, der erhebliche Schäden verursachte.
Im Burgund waren es abwechselnd Hagel und Frost, der mehrere Jahre hintereinander die Lese mancher Winzer erheblich reduzierte.
Die familiären Strukturen des Weinbaus in Frankreich sind nicht gegen solche häufigen Nackenschläge ausgelegt. Die Familien haben bei harter Arbeit und gutem Wirtschaften einigermaßen ihr Auskommen.
Jahrelange Ernteausfälle oder wiederkehrende große Schäden werden viele Winzer und vermutlich auch Regionen nicht überleben. Das liegt - liebe Leugner - nicht alleine am Klimawandel. Auch ohne den ist der Markt für Wein mehr als gesättigt. Die zunehmende Kampagne gegen Alkohol und durch Geldentwertung verursachte Preissteigerungen haben nichts mit dem Klima zu tun.