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WEINRAUM Wein aus gutem Grund
Das Weinjournal

Warum ist Burgunder Wein so teuer

Begrenzte Fläche

Die Region Burgund ist sehr klein, das Renommee sehr hoch.

Rebsorten

Pinot Noir und Chardonnay erfordern sehr sorgfältiges Arbeiten, um besonderen Wein zu gewinnen

Markt

Die Leidenschaft mancher Burgunder-Süchtiger lässt die Preise einiger Weine in irreale Regionen steigen.

Viele Weingüter vergeben ihre Weine nicht mehr frei, sondern über Zuteilungen. Ein Teil der Produktion gelangt gar nicht erst in den offenen Handel.

Viel Handarbeit macht Burgunder nicht teuer. Die Gründe liegen im Boden und den Möglichkeiten
Viel Handarbeit macht Burgunder nicht teuer. Die Gründe liegen im Boden und den Möglichkeiten
Die hohen Preise im Burgund haben drei Gründe.

  • begrenzte Fläche, zersplitterter Besitz, geringe Mengen,

  • aufwändige Produktion und

  • eine Nachfrage, die diese Knappheit über ausreichend hohe Zahlungen deckt



Warum Burgunder so teuer sind



Die Preise von Weinen aus dem Burgund wirken oft überzogen. Der Eindruck entsteht, weil das Ergebnis sichtbar ist, nicht aber die Struktur dahinter. Im Burgund treffen eine feste, nicht erweiterbare Fläche, eine stark reduzierte Produktionsmenge und eine weltweit wachsende Nachfrage direkt aufeinander.

Begrenzte Fläche und zersplitterter Besitz



Die Weinberge der Côte d’Or liegen auf einem schmalen Hang zwischen Dijon und Santenay. Dieser Streifen ist seit Jahrhunderten vollständig bepflanzt. Neue Flächen entstehen nicht. Gleichzeitig schreibt der Code Napoléon vor, dass Besitz unter allen Erben aufgeteilt wird. Aus ehemals zusammenhängenden Weinbergen wurden über Generationen kleinste Parzellen. Ein Weinberg gehört heute oft Dutzenden Besitzern, und ein einzelner Winzer bewirtschaftet nur wenige Reihen. Die Menge, die daraus entsteht, ist von vornherein begrenzt.

Geringe Mengen und aufwändige Produktion



Diese geringe Fläche wird durch die Art der Produktion weiter eingeschränkt. Pinot Noir reagiert empfindlich auf hohe Erträge und auf Witterungseinflüsse. Winzer reduzieren die Menge gezielt, um überhaupt stabile Qualität zu erreichen. Frost im Frühjahr, Fäulnis im Herbst und eine strenge Selektion verringern die Ernte zusätzlich. Viele Betriebe arbeiten deutlich unter 40 Hektolitern pro Hektar. Das führt dazu, dass selbst gut aufgestellte Weingüter nur wenige tausend Flaschen eines Weins erzeugen.

Im Burgund liegt der Wert nicht im Betrieb, sondern im Boden. Namen wie Chambertin oder Montrachet bezeichnen konkrete Parzellen, nicht Marken. Mehrere Winzer arbeiten im selben Weinberg, mit unterschiedlichen Ergebnissen. Der Preis orientiert sich zunächst an der Lage, nicht an der einzelnen Ausführung. Die Kombination aus Boden, Rebsorte und Arbeitsweise prägt die hohen Preise der Weine aus dem Burgund mit. Arbeit ist jedoch sicher nicht der treibende Faktor.

Nachfrage, Markt und Preisentwicklung



Auf diese geringe und fragmentierte Produktion trifft eine Nachfrage, die längst nicht mehr rational ist. Restaurants, Händler und Sammler aus Europa, den USA und Asien konkurrieren um dieselben Mengen. Viele Weingüter vergeben ihre Weine nicht mehr frei, sondern über Zuteilungen. Ein Teil der Produktion gelangt gar nicht erst in den offenen Handel. Die Leidenschaft mancher Burgunder-Süchtiger lässt die Preise einiger Weine in irreale, nicht mehr von dem Wein bestimmte Regionen steigen.

Seit etwa 2010 kommt ein weiterer Faktor hinzu. Burgunder werden gezielt als Anlage gekauft. Indizes wie der Burgundy 150 haben sich innerhalb weniger Jahre stark entwickelt, gleichzeitig sind die Bodenpreise massiv gestiegen. In der Côte d’Or liegt der Durchschnitt inzwischen bei über einer Million Euro pro Hektar, Grand-Cru-Lagen deutlich darüber. Wer Land hält oder erwerben will, muss Preise erzielen, die weit über den reinen Produktionskosten liegen. Wie sich diese Entwicklung historisch aufgebaut hat und warum sie heute solche Dimensionen erreicht, wird in Aus himmlisch wird astronomisch beschrieben.