Gärung
Die Aromen eines Weines stammen aus der Gärung
Gärung mit den natürlichen Hefen
Die Aromen eines Weines stammen aus der Gärung
Bei der Spontangärung arbeiten Dutzende verschiedener Hefestämme am Most — nacheinander, teils gleichzeitig. Jeder Stamm hinterlässt andere Aromen.
Nur ein biologisch intakter Weinberg gestattet Spontangärung. Das geht weit über bio Zertifizierung hinaus.
Die feinen Nuancen im Wein entstehen bei der Gärung durch Hunderte flüchtiger Stoffe – und die nimmt ausschließlich die Nase wahr. Wilde Hefen produzieren besonders viele Aromen.
Rot, fruchtig, 13,5 Vol%

Karg / nährstoffarm
Guter Wein von kargem Boden
Klingt komisch, ist aber so: ein karger Boden bringt, wenn ausreichend Wasser und Sonne, sowie gute Bodenbearbeitung und auch tiefere, nährstoffreichere Schichten unter dem kargen Boden liegen, Konzentration, Farbe und reife Tannine in den Wein. Die besten Terroirs liegen genau deshalb auf wenig fruchtbaren Böden.
Ist der Boden zu arm, bleibt die Reife unvollständig, die Gärung kann stocken, der Wein wird dünn. Karg heißt knapp, nicht ausgehungert. Eine Begrünung im Weinberg kann einem zu kargen Boden entgegen wirken.
Schmecken kann man die Kargheit nicht. Sie wirkt über die Wuchskraft der Rebe, nicht als Geschmack im Wein.
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Osthang / Morgensonne
Die Morgensonne trocknet Tau und Regen der Nacht rasch ab, und trockenes Laub bietet Mehltau und Fäulnis weniger Angriffsfläche – die Trauben bleiben gesünder. Am heißen Nachmittag liegt der Hang im Schatten, die Beeren bleiben kühler, behalten ihre Säure und bekommen keinen Sonnenbrand.
Es gibt natürlich keinen Geschmack der Morgensonne, sie trägt zum Aromenbild bei: die Weine werden feiner, strukturierter, als von einem gleichen Boden, der nach Westen hin abfällt.
Die Vorteile der Morgensonne kommen besonders zur Geltung, wo die Nachmittagshitze zu groß ist. Im Süden Frankreichs, grob ab der Linie Valence und Cahors bis hinunter ans Mittelmeer. In diesem heißen Gürtel bewahrt die fehlende direkte Sonneneinstrahlung die Frische, die die Sonne sonst verbrennt. Im kühleren Norden, wo die Reife nicht immer gesichert ist, kann die fehlende Sonne am Nachmittag hingegen die Reife beeinträchtigen.
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Rot, kräftig, 13,5 Vol%

Rote Frucht
Die Noten roter Früchte sind die hellen, saftigen Aromen eines Rotweins, die ihn frisch und lebendig wirken lassen. Ihre Art und ihre Ausprägung sind im Wesentlichen durch die Rebsorte geprägt.
Sie sind typisch etwa für Pinot Noir, Grenache und Gamay. Gefördert durch kühleres Klima, eine frühe Lese und eine kühle Gärung bleibt die rote Frucht hell und frisch.
Bei höheren Temperaturen im Weinberg und längerer Reife kippt sie zu dunkler Frucht. Der Weinkeller betont diese frische Seite, erzeugt sie aber nicht. Rote Frucht zeigt deshalb oft frische, eher leichtere und lebendige Rotweine an.

Ton
Er hält viel Wasser, ist kalt, drainiert schlecht und ist nährstoffreich. Unter den Böden ist er der Kraft-Pol: Auf Ton wachsen kräftige, dunkle, tanninreiche und lang haltbare Rotweine.
Zwei Dinge wirken zusammen. Quellfähige Tone speichern Wasser und geben es in der Trockenheit langsam zurück — eine Dürre-Versicherung, die die Rebe auch im heißen Sommer versorgt. Und die Kühle des Bodens bremst die Reife und bewahrt Säure.
Aus verlässlichem Wasser und später Reife baut der Ton die Struktur. Es ist die klassische Erde des Merlot, der auf dem berühmten Blauton von Pomerol seine ganze Tiefe zeigt; auch Mourvèdre liebt den Ton.
Dieselbe Feinheit, die das Wasser hält, drainiert schlecht. In nassen Jahren kann Ton vernässen und die Wurzeln ersticken. Deshalb steht großer Tonwein am Hang, und die besten Tonböden haben etwas Sand oder Schluff dabei. Schmecken kann man den Ton nicht.
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Kräuter / Garrigue
Diese Aromen verraten meist eine kühle, frische Herkunft, bei der Garrigue eine südliche, trockene Landschaft. Die grüne Note bringt die Traube aus dem Weinberg mit, solange sie jung und nicht zu reif ist. Gefördert durch kühle, schattige Lagen, einen frühen Lesezeitpunkt und eine zurückhaltende Entblätterung bleibt die grüne Note erhalten, denn zu viel Sonne baut sie ab.
Die Aromen von Garrigue entstehen hingegen eher an einem trockenen, südlichen Standort.
In Maßen wirkt sie frisch und belebend; zu viel grüner Paprika kippt ins Unangenehme.
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Rot, tanninreich, 13,5 Vol%
![Ein paar Meter höher gelegene Weinberge wie in vielen Villages Lagen in der [[w-reg || gigondas || Provence]], im [[w-reg || Minervois]] und den [[w-reg || Corbières]] verändern die Weine oft stark hin zu feineren Weinen verglichen mit jenen aus tieferen Lagen.](/_data_usp/195/hochlage-0.webp)
Höhere Lage
Frische aus dem warmen Süden. Weine aus Hochlagen wirken heller und lebendiger — Duft, Spannung, maßvoller Alkohol —, weil die Trauben höher und kühler hängen und langsamer reifen.
Wer südliche Weine oft zu schwer und zu wuchtig findet, kann aus solchen Lagen interessante Weine finden. Freunde dieser kräftigen Weine werden nicht enttäuscht, aus den höheren Lagen kommen nicht plötzlich Burgunder.
Dazu etwas mehr Farbe und Struktur aus dem stärkeren Licht der Höhe. Bei wenigen Metern Differenz nicht bemerkbar. In Lagen, die einige hundert Meter höher liegen wie den Hautes Corbières spürbar.
Hochlagen an Gebirgen haben extremere Bedingungen. Dort reifen etwa viele Sorten nicht mehr, der Weinbau ist durch die Höhe gefordert. Die Hochlagen im Süden sind damit nicht zu vergleichen.
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Kalkgeröll
Kalkgeröll lagert sich oft am Fuße eines Kalkhaltigen Berges ab. Er ist kantig, anders als die Schwemmkiesel in Flussläufen.
Weine von Kalkgeröll haben oft Struktur und Frische zugleich, wenn der Boden zweischichtig ist — grober Kalkschutt über einer feinen Mergel- oder Tonschicht — und die Rebe dadurch knapp gehalten, im Trockenjahr aber aus der Reserve ausreichend mit Wasser versorgt wird.
Sie bleiben auch im warmen Süden lebendig.
Der Grund liegt im kantigen Kalkschutt am Hangfuß, etwa unter den Dentelles de Montmirail über Gigondas. Er lässt Regen oben ablaufen, hält darunter eine kühle Wasserreserve für Hitzejahre und hält die Rebe knapp — kleine, dichte Beeren.
Das Merkmal gilt für die einzelne Parzelle, die wirklich auf Kalkschutt steht, nicht für eine ganze Appellation.
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Kühle Nächte
Kühlt die Nacht in der Reifezeit ab, setzt die Beere weniger von ihrer Apfelsäure zur Gewinnung von Energie um. Die Säure bleibt in der Beere erhalten und wirkt frisch in dem späteren Wein. Diese Säure klingt gerne nach saurem Wein – dies ist nicht der Effekt. Ein saurer Wein ist aus der Balance, hat für die Säure zu wenig Aroma und wirkt spitz, unausgewogen. Das liegt oft an zu hohem Ertrag, mitunter auch an einem kühlen Jahr.
In kühlen Lagen und gutem Jahr reifen die Trauben länger und erreichen weitgehend ihre volle phenolische Reife. Fehlt solchen Weinen die Säure, sind sie ebenfalls aus der Balance. Die Aromen wirken überladen, zu schwer am Gaumen. Diesen Eindruck vermindert eine Lage mit kühlen Nächten. Die Weine reifen aus und bleiben ausgewogen.
Die Kühle in der Nacht hält auch den Farbstoff, den eine warme Nacht abbauen würde. Bedeutend ist an sich die Temperatur in der Nacht, nicht die große Schwankung von Tag- und Nachttemperatur.
Der warme Tag mit viel Sonne bringt erst die Reife. Unter «kühler Nacht» wird daher eine Lage in einer warmen Region verstanden, die nachts kühlere Temperaturen hat, als üblich in der Region.
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