Aroma
Dunkle Frucht — die schwarze, reife Seite eines Rotweins, die oft auf einen kräftigen, gehaltvollen Wein hinweist. Sie hängt vor allem an der Rebsorte und am Reifegrad: Reife Trauben aus warmem Anbau bringen sie mit, typisch ist sie für Cabernet, Syrah und Merlot. Der Weinkeller betont diese Note, erzeugt sie aber nicht. Gefördert durch reife Trauben aus warmem Anbau, geringen Ertrag und einen längeren Maischekontakt zeigt sich die dunkle Frucht am deutlichsten; in kühleren Lagen tritt eher rote Frucht an ihre Stelle. Floral Die helle, duftige Seite eines Weins wird oft von floralen Aromen bestimmt. Die Vorstufen floraler Noten liegen in der Beerenhaut, die Hefen setzen sie bei der Gärung frei. Wie deutlich die Blütennote ausfällt, hängt stark von der Rebsorte ab: Typisch ist sie für aromatische Sorten wie Muskat, Gewürztraminer und Viognier, beim Syrah zeigt sich das Veilchen vorwiegend in der Jugend. Gefördert werden florale Noten durch eher trockene Sommer und Licht im Weinberg. Eine kühle, schonende Gärung vermag mehr dieser Aromen aus der Schale der Beeren zu lösen. Würzig / pfeffrig Die Note bringt die Traube aus dem Weinberg mit. Im Gegensatz zu den meisten anderen Aromen eines Weines, entstehen pfeffrige Noten nicht bei der Gärung, sie sind in den Beeren enthalten. Typisch ist sie für Syrah. Gefördert durch kühle Lagen und kühle Jahre bleibt sie erhalten. Viel Sonne im Verlauf des Jahres baut sie wieder ab. Ein sauerstoffarmer Ausbau im Weinkeller bewahrt sie. Manche Menschen riechen diese Pfeffernote von Natur aus gar nicht.


Terroir
Karg / nährstoffarm Guter Wein von kargem Boden Klingt komisch, ist aber so: ein karger Boden bringt, wenn ausreichend Wasser und Sonne, sowie gute Bodenbearbeitung und auch tiefere, nährstoffreichere Schichten unter dem kargen Boden liegen, Konzentration, Farbe und reife Tannine in den Wein. Die besten Terroirs liegen genau deshalb auf wenig fruchtbaren Böden. Ist der Boden zu arm, bleibt die Reife unvollständig, die Gärung kann stocken, der Wein wird dünn. Karg heißt knapp, nicht ausgehungert. Eine Begrünung im Weinberg kann einem zu kargen Boden entgegen wirken. Schmecken kann man die Kargheit nicht. Sie wirkt über die Wuchskraft der Rebe, nicht als Geschmack im Wein. Mistral Seine wichtigste Wirkung ist die Trockenheit. Weht der Mistral, fällt die Luftfeuchte unter dreißig Prozent. Pilzen, die Reben befallen könnten, fehlt die wichtigste Grundlage. Mehltau und Grauschimmel benötigen Feuchte und stehende Luft. Nach einem Regen trocknet der Mistral die Trauben, sie faulen nicht. Der Wind bremst die Sommerhitze und hilft, Säure und Frische zu erhalten. Der trockene Wind treibt auch die Verdunstung. In Maßen konzentriert das die Beeren, im Übermaß hält er die Reife an. Die wichtigste Wirkung des Mistrals ist die Gesundheit der Trauben. Winzer spritzen generell weniger. Wer jedoch auf ausdrucksvolle Weine ausgerichtet ist, kann seine Weine ohne künstliche Hefen vergären: die natürlichen Hefen auf den Beeren sind gesund und ergeben wundervolle Weine, die ohne Risiko vergären. Regionen, die häufiger von Nässe betroffen sind, haben hierbei deutlich mehr Probleme und behaupten hartnäckig, künstliche Hefen brächten genau so gute Weine hervor. Osthang / Morgensonne Die Morgensonne trocknet Tau und Regen der Nacht rasch ab, und trockenes Laub bietet Mehltau und Fäulnis weniger Angriffsfläche – die Trauben bleiben gesünder. Am heißen Nachmittag liegt der Hang im Schatten, die Beeren bleiben kühler, behalten ihre Säure und bekommen keinen Sonnenbrand. Es gibt natürlich keinen Geschmack der Morgensonne, sie trägt zum Aromenbild bei: die Weine werden feiner, strukturierter, als von einem gleichen Boden, der nach Westen hin abfällt. Die Vorteile der Morgensonne kommen besonders zur Geltung, wo die Nachmittagshitze zu groß ist. Im Süden Frankreichs, grob ab der Linie Valence und Cahors bis hinunter ans Mittelmeer. In diesem heißen Gürtel bewahrt die fehlende direkte Sonneneinstrahlung die Frische, die die Sonne sonst verbrennt. Im kühleren Norden, wo die Reife nicht immer gesichert ist, kann die fehlende Sonne am Nachmittag hingegen die Reife beeinträchtigen. Sand Sand hat eine Eigenschaft, die kein anderer Boden teilt. Als die Reblaus im 19. Jahrhundert fast den ganzen europäischen Weinbau vernichtete, blieben die Reben auf reinem Sand verschont: In losem Sand kann die Reblaus keine Gänge zu den Wurzeln graben, die Wände stürzen ein. Deshalb stehen auf sandigen Terroirs bis heute wurzelechte, ungepfropfte Reben — die francs de pied, wie an der Camargue-Küste oder in der Champagne, wo Nicolas Maillard seine Weine auf wurzelechten Reben erzeugt. Sand lässt durch seine grobe Körnung Wasser rasch versickern, hält wenig davon und ist meist nährstoffarm. Weil wenig Wasser im Sand bleibt, wurzelt die Rebe tief, um darunter Wasser zu finden, was auf Sand leicht gelingt. Diese Regulierung der Wasserzufuhr über die tiefe Verwurzelung macht die Weine von Sand aus. Für den Wein heißt das Leichtigkeit und Finesse — helle, duftige, tanninarme Weine, die durch Aroma und Eleganz begeistern statt durch Kraft. Im weinraum Sortiment steht dafür Sablet, dessen Name selbst vom Sand kommt (sable): ein leichter, aromatischer Grenache von den sandigen Böden der südlichen Rhône. Der drainierende Sand kann in heißen Jahren zu trocken werden. Schmecken kann man den Sand nicht. Schwemmland Je nach Ursprung dieses Materials kann es grobkörniger Kies oder Sand sein. Solche Böden halten kein Wasser und sind arm an Nährstoffen. Wurde hingegen sehr feines Material abgelagert, sind die Böden wasserreich, oft auch reich an Nährstoffen. Auf den kiesig-sandigen Terrassen reift der Wein oft früher, weil das Regenwasser rasch versickert und sich der Boden schneller erwärmt. Der knappe Wasservorrat solcher Terrassen hält bei Rotwein die Beeren meist klein. Mehr Zucker, mehr Farbe und etwas weniger Apfelsäure, der milde Trockenreiz im Weinberg, der die Reben die Ressourcen mehr in die Beeren legen lässt, statt in wilden Wuchs. Auf feinkörnigen, wasser- und nährstoffreichen Ablagerungen aus Schluff und Ton sind die Reben zu gut versorgt. Sie wachsen stark, bilden viel Laub und dicke, wasser- und zuckerreiche Beeren, die eher rustikale Weine ergeben, wenn die Winzer den Ertrag nicht stark begrenzen. Was viele Winzer tun, nur sind solche Weine trotz des reichen Schwemmlandbodens entstanden und nicht durch ihn. Diese Weine haben dann ihren eigenen Reiz und sind deutlich die Handschrift der Winzer, die ihn gewonnen haben. Solche Weine sind hier unter «Schwemmland» gemeint, Kieselterrassen werden gesondert bezeichnet. Steinig In trockenen Jahren und wo wenig Feinerde Wasser hält, bringt ein steiniger Boden bei Rotwein oft mehr Farbe und weniger Apfelsäure, weil die Rebe eher knapp mit Wasser auskommt und die Beeren klein bleiben; das gilt nicht für jeden steinigen Weinberg. Hier gibt es Ausnahmen: Poröse Steine speichern selbst Wasser, und eine Steindecke hält die Erde darunter oft feucht, dann leidet die Rebe weniger. Steinige Böden trocknen nach Regen oft schneller ab und erwärmen sich im Frühjahr früher, besonders auf tonhaltigem Untergrund. Je nach Untergrund und Steinart variieren diese Einflüsse. Je nach Rebsorte kann mehr Bodenwärme den Wein reifer, aber auch ärmer an Apfelsäure machen. Spät reifende Sorten in kühlerem Klima können davon profitieren, während früh reifende Sorten eher weniger frisch erscheinen können. Der Begriff nennt nur den hohen Steinanteil und sagt nichts darüber, ob Ton, Sand oder Mergel dazwischen liegt.





Erzeugung
Betonausbau Beim Betonausbau reift der Wein in einem Behälter aus Beton statt im Holzfass. Diese Methode ist relativ neu, Beton in Weinkellern hingegen nicht: sie sind in sehr vielen Weinkellern installiert, aber innen beschichtet. Das Material ist neutral und gibt keine Holznote ab, deshalb bleiben Frucht und Herkunft klar. Die schwere Wand hält die Temperatur ruhig, und unbeschichteter Beton lässt anders als Edelstahl etwas Luft an den Wein; das rundet die Gerbstoffe und baut Textur, die Eiform hält zusätzlich die Hefe sanft in Bewegung und gibt mehr Mundgefühl. Aromen, die so erhalten bleiben: die klare Frucht (Steinobst, Zitrus, Sortenfrucht), ohne dass sich eine Holznote darüberlegt — der Wein wirkt dafür runder und griffiger. Innen beschichteter Beton bleibt dagegen dicht und verhält sich eher wie Edelstahl. Die schwere Wand wirkt wie ein Speicher. Beton nimmt Wärme langsam auf und gibt sie langsam wieder ab (thermische Masse). Schwankt die Temperatur im Keller, folgt der Wein nur verzögert. Das dämpft Wärmespitzen, die bei der Gärung entstehen, wenn die Hefe selbst Wärme freisetzt. Die Gärung und die Reife laufen dadurch ruhiger, und empfindliche Fruchtaromen gehen weniger verloren. Viele Betongefäße sind eiförmig. In der Eiform steigt der Wein an der Wand auf und sinkt in der Mitte wieder ab, eine sanfte Strömung (Konvektion). Sie hält die feine Hefe, die sich nach der Gärung absetzen würde, in Schwebe und in Kontakt mit dem Wein. Die Hefe gibt dabei Stoffe frei, die das Mundgefühl voller machen. Der Winzer muss dafür weder rühren und besonders nicht pumpen, was dem Wein tendenziell schadet. Laubarbeit Das hält sie gesünder, weil sie nach Regen schneller abtrocknen. Außerdem steuert es, welche Aromavorstufen sich in der Beere bilden: Mehr Licht baut die grün-krautige Note ab und begünstigt Vorstufen für hellere Frucht. Aromen, die aus solchen Vorstufen oft entstehen: florale Noten, Steinobst und Zitrus. Der grüne, pfeffrige Ton tritt dafür tendenziell zurück. Spontangärung Bei der Spontangärung vergärt der Most mit den eigenen Hefen, die auf den Trauben gewachsen sind, statt mit zugesetzter Zuchthefe. Der Wein wird tendenziell vielschichtiger und eigenständiger und trägt seine Herkunft deutlicher. Aromen, die aus solchen Vorstufen oft entstehen: florale Noten, Steinobst und Zitrus, die diese Vielfalt breiter fördert als ein einzelner Zuchtstamm. Das gelingt mit gesunden Trauben aus einem lebendigen Weinberg, ist aber riskanter, denn die Gärung kann stocken oder Fehltöne wie einen Essigton entwickeln. Ungeschönt Ungeschönt bedeutet, dass der Winzer kein Schönungsmittel zugibt, um den Wein zu klären. Üblich wären Stoffe wie Eiweiß, Gelatine oder Bentonit, die Trübstoffe und überschüssige Gerbstoffe binden und als Satz zu Boden ziehen. So bleibt im Wein, was ein Schönungsmittel mit herauszöge, und das gibt mehr Textur und Fülle. Weil dabei keine tierischen Mittel nötig sind, ist ein solcher Wein meist auch für Veganer geeignet. Der Wein kann etwas trüber stehen oder mehr Satz bilden, und er muss von sich aus im Gleichgewicht sein, weil nichts eine Härte oder Trübung nachträglich glättet. Schönen, auch Collage genannt, ist ein alter Weg, einen Wein klar und haltbar zu machen. Die Mittel dafür sind überwiegend tierischen Ursprungs: Eiweiß aus dem Hühnerei, Gelatine, Hausenblase aus der Schwimmblase von Fischen, Kasein aus der Milch. Daneben steht das mineralische Bentonit, ein Tonmineral, das vor allem Eiweiß bindet, und es gibt pflanzliche Mittel aus Erbsen- oder Kartoffelprotein. Jedes dieser Mittel hat einen Einsatzzweck. Im Weißwein bindet Bentonit Eiweiße, die später bei Wärme als Trübung ausfallen würden. Im Rotwein nimmt eine Eiweiß- oder Gelatineschönung einen Teil der Gerbstoffe heraus und mildert Härte und Bitterkeit. In beiden Fällen wird der Wein zugleich klarer. Bleibt die Schönung aus, bleiben feine Kolloide und Mannoproteine im Wein, die dem Wein Textur und Fülle geben. Im Rotwein verbleiben ein Teil der Gerbstoffe, die zu seiner Struktur gehören. Der Wein wirkt dadurch oft vollständiger und runder als derselbe Wein nach einer kräftigen Schönung, die neben dem Unerwünschten auch Erwünschtes mitnimmt.
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Winzer
Alte Reben Alte Reben tragen von Natur aus weniger, und was sie tragen, ist über die Jahre erstaunlich verlässlich. In Jahrzehnten haben sie ein tiefes Wurzelwerk gebildet, das an Wasser und Nährstoffe weit unter der Oberfläche kommt — das macht sie ruhiger: Sie treiben weniger ins Laub, kommen gleichmäßiger durch trockene wie nasse Jahre und schwanken von Jahrgang zu Jahrgang weniger als junge Anlagen. Aus dieser Balance und dem kleinen Ertrag entstehen oft konzentriertere, vielschichtigere Weine. Ein alter Weinberg bringt weniger ein als eine junge, ertragsreiche Neuanlage — wer die alten Stöcke stehen lässt, statt sie zu roden, verzichtet bewusst auf Menge. Was einmal gerodet ist, ist vierzig Jahre weg. Ein exakter Begriff ist «alte Reben» allerdings nicht. Ab wann Reben auf einem Weingut als alt bezeichnet werden, legt jeder Winzer selbst fest. Mal dreißig, mal über sechzig Jahre. Und Alter allein macht keinen großen Wein; die Dichte kommt aus der Balance, nicht aus der Zahl. Familienbetrieb Die Weinberge, das Weingut, der Weinberg gehören der Familie. Die Dinge bestehen, um zu bleiben, und so werden sie bearbeitet und behandelt. Besonders sind jedoch die Arbeiten auch meist in der Familie aufgeteilt. Das macht es nicht unbedingt besser, aber es werden - außer Helfern zur Lese - keine angestellten Arbeiter beschäftigt, die kommen und gehen. Gründlich arbeiten oder weniger gut. Ein Familienweingut an sich ist keine Garantie für gute Weine. Nahezu alle wirklich guten und ausdrucksvollen Weine stammen jedoch von solchen Weingütern. Die Welt der Sterne, Punkte und Schlösser ist eine andere Welt. Grüner Weinberg Zwischen den Rebzeilen wächst das ganze Jahr eine Pflanzendecke. Sie hält den Boden fest, bringt Leben hinein und nimmt der Rebe etwas Wasser weg, sodass sie meist maßvoller wächst und kleinere Beeren trägt. In sehr trockenen Lagen kann diese Konkurrenz allerdings auch zu viel werden. Genauso kann in sehr trockenen Lagen diese obere Schicht die Sonneneinstrahlung reduzieren und die Verdunstung aus tieferen Schichten im Boden reduzieren. Das ist kein «egal», es hängt von dem jeweiligen Weinberg, der Lage ab. Handlese Soweit schaffen das moderne Lesemaschinen auch weitgehend. Auch die bringen, wenn gewünscht, ganze Beeren in den Keller und selektieren Unrat über Gebläse aus. Der Unterschied ist, wie genau man arbeiten möchte. Ein Trupp ungelernter Helfer, Studenten, die sich einen lustigen Herbst machen, arbeitet anders als solche, die das Gut schon über viele Jahre kennen und genau wissen, was die Winzer wollen. Wie genau sortiert werden muss und wie viel länger eine solche Arbeit dauern darf. «Handgelesen» sagt für sich genommen so wenig wie «handgerüttelt» für einen Crémant, das «wie» entscheidet über das Ergebnis. Wie genau wurden die Trauben selektiert? Oft gehen für hochwertigen Wein Winzer mehrfach durch die Rebzeilen und selektieren. Weniger, weil ihnen bei doppeltem Durchgehen doppelt so viel auffällt, als dass sich zwischen den Durchgängen kleine faule Stellen haben ausweiten können. Diese wären beim ersten Durchlauf akzeptabel gewesen, beim zweiten jedoch nicht mehr. Solcherlei Aufwand erreicht erst die besondere Feinheit solcher Weine, die erst Handlese zu einem Merkmal für einen besonderen Wein machen. In steileren Lagen ist Handlese erforderlich, weil Vollautomaten nicht mehr fahren können, und mit der Strauchhaltung eines Gobelet Schnitts, der für hochwertige Weine ebenfalls gewünscht ist, können Maschinen kaum lesen. Kein Herbizid Der Streit ist natürlich auch zwischen politischen Lagern geteilt. Auch zwischen jenen, die die Arbeit scheuen und lieber spritzen. Das kann auch schlicht eine Preisfrage sein: die Handarbeit muss am Ende bezahlt werden. In manchen Regionen ist das leichter, in anderen schwerer. Und Winzer, die einen guten Namen haben, erzielen Preise, die eine aufwändige Begrünung nicht nur erstatten, sondern sogar einen Mehrpreis rechtfertigen. Was Winzer, die weniger für ihre Weine erhalten, wenig erfreut und die Frage mit Emotionen befrachtet. Es ist also ein bewusster Schritt, auf Herbizide, also Unkrautvernichter, zu verzichten. Der Bewuchs zwischen den Zeilen wird gemäht oder untergearbeitet. Das bedeutet Veränderungen im Weinberg, die sich zum Teil deutlich widersprechen können, wenn in verschiedenen Lagen verschiedene Bedingungen herrschen. Die Rebe ist in Konkurrenz zu der Begrünung, diese kann aber auch Nährstoffe in den Boden einbringen. Die Begrünung kann das wenige Wasser abfangen und weniger an die Wurzeln der Reben durchlassen. Sie kann aber auch den Boden vor der Sonne schützen und ein Verdunsten von Wasser aus der Tiefe des Bodens verhindern. Ob und wie das Weglassen von Herbiziden auf den Boden, und auf die Rebe wirkt, hängt also stark von der Lage ab, dem Jahr. Und, wenn alle Bedingungen eigentlich gut für einen «grünen» Weinberg wären: Schaffen es die Winzer, das Richtige im Weinberg zu tun? Die Begrünung zu ihrem Vorteil gedeihen zu lassen. Einen ganz anderen Vorteil hat das Weglassen der Herbizide im Weinberg: auf den Beeren bilden sich gesunde Hefestämme, die die Gärung starten können. Die Gärung mit diesen wilden Hefen «spontane Gärung» erzeugt weitaus mehr Aromen im Wein als die Gärung mit industrieller Hefe, die zum Most geschüttet wird. Natürlich gehen auch hier die Meinungen sowohl der Weintrinker wie der Winzer stark auseinander. Denn zu weitaus mehr Aromen gehört auch ein weites Feld an Fehlaromen, die bei der spontanen Gärung auftreten können. Je weniger sorgfältig im Weinberg und Weinkeller gearbeitet wurde, umso vermehrt können diese Fehltöne auftreten. Daher ist auch diese Frage bei Winzern, aber auch Weintrinkern gerne mit Emotionen überfrachtet. Eines jedoch ist sicher: der Einsatz von Herbizid verhindert eine Spontangärung weitgehend. Mechanische Bodenbearbeitung Statt den Bewuchs zwischen den Reben mit Herbizid wegzuspritzen, wird der Boden gepflügt, der Bewuchs geschnitten. Möglich ist zudem, eine gezielte Art oder Sammlung von Pflanzen zwischen den Reben zu sähen (etwa Senf) und die dann in den Boden zu pflügen. Was auch hierunterfällt, ist, die flachen Wurzeln der Reben gezielt zu kappen. Das entstandene Grün wird weitgehend intakt gelassen, das Ziel ist nur, die Wurzeln zu zerstören. Das hält ihn offen und belebt und zwingt die Rebe, tiefer zu wurzeln.





Domaine d'Ouréa·Côtes du Rhône
Côtes du Rhône 2024
Frisch und mit schöner Struktur, mit Aromen von dunklen reifen Früchten, ein wenig Würze und dabei mit einer Leichtigkeit, die ihn zu einem facettenreichen Essen wie einem Putenflügel mit Kürbis aus dem Ofen gefallen lassen wird.
Erzeugung & Stil
Syrah dominiert mit siebzig Prozent, Grenache steuert die übrigen dreißig bei. Adrien Roustan liest die Trauben mit einem eingespielten Team von Helfern von Hand, sortiert bereits im Weinberg vor. Der Syrah bringt Farbe, Veilchen und die pfeffrige Würze der Sorte, die Grenache die runde, warme Frucht des Südens.
Er entrappt nicht, der Most liegt eine Woche auf der Maische, ohne künstliche Hefe zuzusetzen. Der Wein gärt also spontan, was ausdrucksvollere Aromen hervorbringt als die mit Industriehefe vergorenen. Zehn Monate reift der Wein im Betontank, sodass kein Holzaroma die Frucht überdeckt oder viel Sauerstoff an den Wein gelangt.
So bleibt er frisch, saftig und ausgewogen mit schöner Struktur, die ihn zu sorgsamer Küche eine gute Begleitung macht. Die Nase nimmt dunkle, reife Früchte neben Veilchen, schwarzen Oliven und einem Hauch süßer Gewürze auf.
Frisch und mit schöner Struktur, mit Aromen von dunklen reifen Früchten, ein wenig Würze und dabei mit einer Leichtigkeit, die ihn zu einem facettenreichen Essen wie einem Putenflügel mit Kürbis aus dem Ofen gefallen lassen wird. Auch ein Gulasch mit viel buntem Gemüse und Kräutern dürften eine Gute Wahl für diesen Wein sein.
Den Côtes du Rhône empfehlen wir zu: Wein zu veganem Risotto, Wein passend zu Steak, Wein zu Lamm, Wein passend zu Kalb, Wein zu Geschmortem
Der Wein Côtes du Rhône 2024 wurde von Domaine d'Ouréa erzeugt. Das Weingut liegt in der Region Côtes du Rhône.
Enthält Sulfite · Erzeuger: Domaine d'Ouréa · Inverkehrbringer: weinraum