Domaine Rapet
Holzkisten
Robert Rapet liest in den 1950er Jahren die Trauben in Holzkisten statt in Bütten. Die Trauben erreichen den Weinkeller unzerquetscht. Heute machen es alle Winzer so.
Corton
Die Domaine bewirtschaftet rund 20 Hektar am Corton-Hügel und in Pernand Vergelesses. Drei Grand Crus, neun Premier Crus. Viele Reben stammen aus Pflanzungen der 1940er und 1960er Jahre.
Natürlich
Robin Rapet vergärt ohne Schwefelzusatz oder künstliche Hefen und verkürzt die Mazeration auf zwei bis drei Tage.
Zu den besonderen Winzern im Burgund zählt die Domaine Rapet. Mittlerweile von den Söhnen von Vincent Rapet betrieben, sucht sie seit drei Generationen das Besondere ihrer Lagen in den Weinen auszudrücken. Die Lagen in Pernand Vergelesses liegen sind oft sehr verschieden, von steilen Lagen bis flache Talflächen und natürlich zugekauften Lagen auf dem Corton Hügel und in Beaune.
Der Großvater Robert Rapet lässt zur Belustigung seiner Winzerkollegen in Pernand-Vergelesses Holzkisten zimmern. Die Trauben fliegen in Bütten, wo sie unter dem eigenen Gewicht zerplatzen, bevor sie den Weinkeller erreichen. Saft tritt aus, Oxidation setzt ein, die Gärung beginnt unkontrolliert auf dem Anhänger. Robert legt seine Trauben in eine Kiste und die Gärung beginnt da, wo sie soll: im Gärbehälter im Weinkeller.
So hat jede Generation ihren Beitrag geleistet und die Weine zählen heute zu den besonderen des Burgund.
Der Corton-Hügel ist ein geologischer Ausreißer: freigestellt, von der Erosion vom Rest der Côte abgetrennt. An seiner Basis und am unteren Hang liegt bathonischer Kalkstein aus dem Mittleren Jura — die sogenannte Dalle Nacrée, der Perlmutt-Kalkstein, rund 165 Millionen Jahre alt.
Darüber der Dijon-Corton-Kalkstein, ein oolithisches Gestein vom Ende des Bathonien. An der Nordseite des Hügels haben tektonische Kräfte jüngere oxfordische Mergel nach oben geschoben. Diese Mergel enthalten deutlich mehr Ton als die reinen Kalksteine der Côte de Nuits weiter nördlich.
Das macht die Rotweine von Pernand geschmeidiger und früher zugänglich als die der Côte de Nuits, ohne ihnen die Tiefe zu nehmen.
Die Lagen
Die Ile des Vergelesses — ein langgestreckter Premier Cru am Südosthang des Bois Noël — bringt Pinot Noir von eisenreichem Kalkstein. Oben Tonmergel, unten kiesig. Rapets Anteil umfasst rund 0,6 Hektar, überwiegend alte Reben, die auf halbem Hang nach Osten schauen. Dieser Climat gilt als ernsthafter Kandidat für eine Aufwertung zum Grand Cru.
Sous Frétille liegt direkt oberhalb von Corton-Charlemagne, auf steilen Hängen mit weißem Mergel über Kalkstein. En Caradeux, gegenüber dem Corton-Hügel, steht auf steinigem Boden über Mergel und Feuersteinschichten.
In Beaune bewirtschaftet Rapet Parzellen in den Premier Crus Grèves, Bressandes, Les Cents Vignes, Clos du Roi und Champs Pimonts. In Savigny-lès-Beaune stehen in der Lage Aux Fournaux Pinot-Noir-Reben mit einem Durchschnittsalter von sechzig Jahren auf Kalkstein.
Der Ruf des Burgund beruht jedoch nicht auf ausreichend Leuten, die einfach nahezu jeden Preis der Weine zahlen. Der Ruf begann vor 2000 Jahren, als Mönche sich intensiv mit den Lagen, den Climats im Burgund beschäftigten, sorgfältig auch die kleinsten Lagen für die beiden Hauptsorten Chardonnay und Pinot Noir heraus gesucht haben und den Weinbau detailliert untersuchten.
Auch heute sind es Weine, die von Winzern mit Herzblut erzeugt werden, die das Besondere der Weine aus dem Burgund ausmachen.
Spontane Gärung und Handarbeit
Rapet vergärt ohne Reinzuchthefen. Die Spontangärung überlässt die Arbeit den Hefen, die auf den Trauben und im Weinkeller leben. Das funktioniert nur, wenn die Trauben gesund und reif ankommen — daher die Handlese, daher die Kisten, daher der Sortiertisch, daher die Ausdünnung im Weinberg seit 1999.
Die Rotweine vergären fünfzehn Tage mit Pigeage. Robin Rapet arbeitet mit einem Drittel ganzer Trauben. Der Ausbau dauert sechzehn Monate in Fässern aus Eiche, der Neuholzanteil liegt bei zwanzig bis dreißig Prozent je nach Cuvée.
Seit 2020 stellt die Domaine auf biologischen Anbau um.
Die Weine
Rapets Chardonnays aus Pernand-Vergelesses und Corton-Charlemagne zeigen, was die Mergelböden dieser Gemeinde leisten: straffe Säure, eine steinige Textur und Aromen, die sich über Jahre entwickeln — von Zitrusfrucht und weißen Blüten hin zu Mandel und Feuerstein. Der Corton-Charlemagne braucht Zeit. Er entfaltet sich nicht im ersten Jahr.
Die Pinot Noirs aus Corton Grand Cru, Ile des Vergelesses und den Beaune Premier Crus verbinden rote Frucht mit einem erdigen, würzigen Unterton, den der eisenreiche Kalkstein in die Weine trägt. Rapets alte Reben in der Ile des Vergelesses und in Savigny Aux Fournaux liefern Weine mit einer Lagerfähigkeit, die für Premier Crus ungewöhnlich ist.
Eine Rarität ist der Bourgogne Aligoté von einem Hektar auf dem Plateau hinter dem Corton-Hügel. Die Mergelböden dort geben dem Aligoté eine Spannung und Dichte, die man dieser Rebsorte selten zutraut.