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Cuvée

Unter Cuvée werden in Deutsch und Französisch verschiedenes verstanden - weil das Wort falsch in Deutsch übertragen wurde.

Ein Französischer Winzer versteht unter jedem Wein, der auf dem Weingut abgefüllt wird, eine Cuvée. Egal, ob es ein reinsortiger Wein ist oder ein Verschnitt verschiedener Rebsorten. Letzteres ist in Französisch eine Assemblage.

In Deutsch versteht man unter einer Cuvée hingegen einen Verschnitt zweier Weine. Im Laden meinte mal jemand zu mir: «wie die schütten Weine zusammen???» Das Wort Verschnitt, weniger Cuvée hat in Deutsch einen negativen Klang, dabei ist ein so entstandener Wein meist besser als die einzelnen Komponenten. Eine fruchtige Rebsorte wird mit einer tanninreichen verschnitten und der fertige Wein ist strukturiert und aromatisch.

Der Grund für den negativen Klang in Deutsch liegt an den nördlichen Lagen der Weinbaugebiete. Dort werden fast immer reinsortige Weine erzeugt; es gibt praktisch keinen Riesling / Silvaner oder Spätburgunder / Dornfelder und damit auch kein bekanntes Wort dafür. Dass viele deutsche Winzer immer schon 15% fremde Rebsorten in einem Wein verwenden durften und dies auch herzhaft genutzt haben - aus gutem Grunde - wurde nie an die große Glocke gehängt, weil Verschnitt so komisch klingt.

In Gegenden wie dem Beaujolais, dem Burgund oder der werden sogar nur je eine rote und eine weiße Traubensorte angebaut. Aus dem einfachen Grunde, weil es für viele andere Sorten zu kalt wäre.

Im Süden hingegen ist es zum einen üblich (viele) verschiedene Traubensorten anbauen zu können, weil in der Wärme alle gut klarkommen - und diese dann auch zu interessanten Weinen zu vereinen.