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Pariser Becken

Das Pariser Becken wie es heute aussieht
Das Pariser Becken wie es heute aussieht

Die gesamte Landfläche der Erde war vor rund 300 Millionen Jahren in einem Kontinent vereint. Die einzelnen Erdteile wanderte und entfernten sich erst danach im Laufe einige 100 Millionen Jahre. Viele heute an der Oberfläche liegende Gebiete lagen Miliionen Jahre auf dem Grund des Meeres - die Sedimente aus den Meeren sind sehr verschieden aufgebaut - je nach Klima und Vegetation, die auf der Erde gerade herrschte.

Im Pariser Becken liegen bedeutende Weingebiete - die Champagne und das Chablis, aber auch die nördlich gelegenen Randgebiete des Burgund.

 
Die Bildung des pariser Beckens über gut 200 Millionen Jahre
Die Bildung des pariser Beckens über gut 200 Millionen Jahre

Dass der Boden des Pariser Beckens immer wieder mit Wein in Verbindung gebracht wird, liegt an der besonderen Qualität der alten Sedimente für den Weinbau und an der nördlichen Lage der Weinbaugebiete in oder am Rande des Pariser Beckens.

Es sind ausnahmslos die sehr feinen Rebsorten Chardonnay in der Champagne und dem Chablis und die beidenroten Pinots Pinot Noir und Pinot Meunier.

Durch die nördliche Lage werden die Weine des Pariser Beckens an der nördlichen Grenze zum Weinbau angebaut - daher gibt es auch nue diese Rebsorten. Für die meisten anderen wäre es zu kalt oder war es zu kalt, als der Weinbau vor Jahrtausenden begann.

 
Die Verteilung der Böden im Pariser Becken
Die Verteilung der Böden im Pariser Becken

Die Weine aus nördlichen Regionen sind immer sehr feine Weine. Der Geschmack, die Klasse und damit auch die Qualität der Weine aus nördlichen Weinregionen erreicht hier das absolute Optimum - wenn das Terroir stimmt. Damit ist der Boden im Weinberg gemeint, auch die Form des Bodens (Hangneigung) und das Mikroklima im Weinberg.

Die Entstehung der Weinberge in der Champagne und auch im Chablis ist daher mit der Entstehung des Pariser Beckens verbunden. Rund 150 Millionen Jahre haben sich die Sedimentschichten mehr oder weniger flach auf dem Meeresboden gestapelt. Erst dann kam es mit der Kontinentalverschiebung zum Aufeinandertreffen der Afrikanischen mit der Europäischen Platte und zu Bildung der Alpen. Diese Verschiebungen tieferer Erdschichten liefen auch weiter in nördliche Richtung und verwarfen diese alten Sedimentschichten. Im Burgund war diese Verwerfung noch so groß, dass die tiefere Schichten an die Oberfläche traten, in der Champagne hingegen nicht.

 
Die Böden der nördlichen Champagne im Pariser Becken
Die Böden der nördlichen Champagne im Pariser Becken

Vor etwa 25 Millionen Jahren endeten die Verwerfungen, der Boden des Pariser Beckens wurde durch weitere Verschiebungen der Kontinentalplatten angehoben; nur die Senke um das heutige Paris lag noch unter dem Meer. Hier sedimentierte die letzte Schicht, die heute bis in der Champagne an der Marne an der Oberfläche liegt,

Die weiter am Rand liegende Schicht der Kreide wurde durch Erosion abgetragen, die berühmte Kreide der Champagne reicht bis an die Weinberge von Epernay.

Durch die Erosion ist der Boden der Champagne nicht homogen, es wurden auch weiter entferntes Material in die Gegend getragen, insbesondere haben sich die Flüsse in das weiche Material gegraben und es gibt einige Gebiete mit fast reinem Sandboden.