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WEINRAUM Wein aus gutem Grund
Lexikon

Geochronologie

Zeittafel für Wein Regionen
Wer gerne Wein genießt, wird oft Angaben zum Boden der Weinberge lesen. Die Region Faugères im Languedoc etwa stellt immer den Schiefer aus dem Perm besonders hervor. Ein Laie kann diesen Begriff kaum zuordnen und die Frage, warum dieser Boden nun besonders sein mag, kann zu Kopfschmerzen führen, ohne auch nur an einem Glas genippt zu haben.

In Texten über die Böden von Weinregionen wie dem Burgund oder der Champagne werden oft Begriffe aus der Geologie, besonders der Geochronologie und der Stratigraphie, verwendet, was das Verständnis sehr erschwert. Eine kleine Übersicht der Begriffe ist bereits sehr hilfreich, um den Text zu verstehen.

Die Weinregionen in Frankreich sind genauer als in anderen Ländern untersucht, weil der Terroir Gedanke schon lange von den Winzern gelebt wird und das Interesse hoch war. Wird hier das untere Gestein, die Deckschicht und Verwerfungen in einer Beschreibung eines Weinberges oder Weine genannt, wähnt man sich gerne in einem geologischen Vortrag. Die Frage, ob der Untergrund aus dem Trias oder dem Devon stammt, ist für den Wein selten von Bedeutung - im Gegenteil: die Begriffe verwirren und lenken von dem ab, um das es geht: ist der Biden gut für den Wein oder nicht.

Das Terroir eines Weinberges wird nicht nur von seinem Boden bestimmt, sondern auch von der Zusammensetzung und Beschaffenheit des Bodens. Klima, Wind sowie die Verfügbarkeit von Wasser und Nährstoffen sind weitere Faktoren des Terroir.

Die Geochronologie beschreibt und untersucht die Epochen des Systems Erde, ohne speziell klimatische, biologische oder geologische Aspekte zu betrachten, sondern sowohl diese Einzelaspekte wie deren Zusammenhänge. Eher selten, wie etwa dem Schiefer in Faugères, stehen die Reben auf sehr altem Gestein. Im Chablis ist es Kalk aus dem Kimmerdige.

Fast immer stehen die Reben auf einer jüngeren Deckschicht und die Wurzeln reichen in tiefere, oft verschieden alte Schichten. Zu Weinen aus dem Burgund liest man einen Satz wie «am Ende der Talsohle ist der Boden aus dem unteren Jura, am Hang aus dem Malm».

Meist sind deutlich jüngere Schichten über dem Grundgestein abgelagert und erst die Kobination aus diesem Deckmaterial - z.B. Kies oder Ton - in Verbindung mit der tieferen Schicht ergibt das Gesamtgefüge des Weinberges. Die Reben wurzeln oft tief im Grundgestein.
Geochronologische Begriffe
Das Ziel und die Vorgehensweise der Geochronologie ist, Messmethoden zu entwickeln, mit denen Funde (Gestein, Skelette) anhand ihrer Eigenschaften einer Epoche zugeordnet und damit ihr Alter bestimmt werden kann. Findet man etwa eine Muschel und weiß, von wann bis wann die auf der Erde existierte, kann man in etwa abschätzen, wie alt diese Ablagerung ist.

In der Geologie gibt es eine verwandte Disziplin, die Stratigrafie, deren Inhalt jedoch ausschließlich das Alter der geologischen Formationen, ihre Zusammensetzung und ihr Aufbau im Boden ist.

Geochronologie und Stratigraphie benutzen für die alten Zeiträume von Trias und Jura unterschiedliche Begriffe, die oft synonym verwendet werden.

Der größte begriffliche Unterschied besteht in den Zeiträumen von etwa 10 Millionen Jahren. Hier verwendet die Geologie den Begriff Epoche und unterteilt in unter (älter), mittler und ober (jünger), während in der Geologie diese Zeiträume Serie genannt und eigene Begriffe wie etwa Malm benutzt werden.