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Mosel Weine aus Schieferlagen

Weinberge bei Bernkastel-Kues an der Mosel
Weinberge bei Bernkastel-Kues an der Mosel
 

Weine von der Mosel können ausgesprochen spannend sein. Es ist jedoch wie beim Märchen «Ali Baba und die Räuber»: Man muss das Zauberwort kennen, um zu den wunderbaren Weinen der Mosel zu gelangen.

Die steilen, kargen Schieferhänge an der Mosel können markante, mineralische Weißweine hervorbringen. Einige Winzer erzielen für ihre Weine hohe oder auch irrsinnige Preise und bleiben wenigen Enthusiasten vorbehalten. Entweder, weil man dieses Summern nicht zahlen mag, oder die Weine sind ausverkauft.

Praktisch immer, wenn Touristen eine Weinregion entdeckt haben, gibt es für Winzer den leichten Weg: süffige Weine für Leute im Ferienmodus erzeugen und vom Nimbus der herausragenden Weine der Kollegen nonchalant profitieren.

Es gibt die verborgenen Kellertüren, hinter denen die guten Weine an der Mosel reifen. Sie sind unscheinbar, stehen in den Weinführern am Beginn des oberen Drittels, wo die guten Weine beginnen und die Preise noch moderat sind.

 
Natürlicher Weinberg auf dem Weingut [[win || weinbau-bastgen || Bastgen]] 

Die Entstehung des Schiefers an der Mosel

Die Mosel fliest zwischen dem Hunsrück und der Eifel; die Landschaft ist Teil des Rheinischen Schiefergebirges. Der Weinbau an der Mosel liegt in einer der nördlichsten und damit kältesten Regionen für Weinbau in Deutschland.

Die Entstehung des Rheinischen Schiefergebirges geht auf den Urozean zurück, auf dessen Boden Sedimente abgestorbener frühzeitlicher Lebewesen mächtige Schichten bildeten. Dieser Boden wurde durch tektonischen Bewegungen zwischen den Kontinentalplatten zusammengepresst. Unter hohem Druck und hohen Temperaturen bildeten die marinen Sedimente Schiefer, der sich im Laufe der Zeit zu dem rheinischen Gebirge auffaltete.

Die Mosel prägt die Landschaft

Vor etwa 15 Millionen Jahren fing die Ur-Mosel an, der Landschaft ihre charakteristischen Merkmale zu verleihen. Mit der Hebung des Schiefergebirges, wurde das ursprünglich weite, gerade Flussbett tiefer und mäandernder, was die Landschaft nachhaltig prägte. Die Südhänge dieses Flusslaufs bieten heute Lebensräume für seltene Tier- und Pflanzenarten wie den Apollofalter und die Smaragdeidechse. Gleichzeitig begünstigt die starke Sonneneinstrahlung den Weinbau.

Der Schiefer an der Mosel

Devonischer Schiefer bildet den Untergrund der Hälfte der Weinbergsflächen. Dieses Gestein präsentiert sich in einer Palette von Farben – von Blau über Grau und Braun bis zu Rötlich – und ist so fein geschichtet, dass es sich leicht mit der bloßen Hand zerteilen lässt. Der leichte Verwitterungsprozess dieses Gesteins reichert den Boden mit Mineralien an und verleiht dem hier angebauten Riesling einen unverwechselbaren mineralischen Charakter. Insbesondere in den kühlen Herbstnächten ist die Wärmespeicherfähigkeit des Schiefers von Vorteil.

Kalk und Sand an der Mosel

Im Gebiet der großen Moselschleife bei Ürzig findet man Rhyolith , ein vulkanisches Gestein, das dem Riesling aus dieser Region eine besondere Würzigkeit verleiht. In der Untermoselregion, auch Terrassenmosel genannt, zwischen Zell und Koblenz, bildeten einstige Sandstrände und Wattgebiete des Urmeeres die heutigen quarzitischen Sandsteine mit Silt- und Tonschiefer. Wo sich Korallenskelette ablagerten, bildete sich kalkhaltiger Sandstein, der bestimmte Lagen der Terrassenmosel prägt.

Sand, Mergel und Muscheln

Am oberen Lauf der Mosel, an der Grenze zu Luxemburg, entstand vor etwa 243 Millionen Jahren ein flaches Muschelkalkmeer. Hier formten sich aus muschelreichen Ablagerungen und fluvialen Sedimenten wie Ton, Silt und Sand Dolomitbänke . Dolomitfelsen formten das Gesicht der Obermosel, und Muschelkalk und Mergel tragen erheblich zu den kalkreichen Böden bei, die für den Anbau von Elbling und Pinot Noir ideal sind.

In den Flussauen der Mosel und ihrer Nebenflüsse wurden Flussterrassensedimente, Mischungen aus Kies und Sand, abgelagert. Diese flachen Lagen bieten heute gute Bedingungen für den Anbau von Weißburgunder.

 
Weingut Bastgen in Monzel an der Mosel
Weingut Bastgen in Monzel an der Mosel
 

Finesse und Vielfalt

Die Weine von der Mosel können außerordentliche Finesse und Vielfalt besitzen, die von dem einzigartigen Terroir der Region und dem handwerklichen Geschick der Winzer geprägt wird. Im Allgemeinen sind sie charakterisiert durch ihre Leichtigkeit, ihre Eleganz und eine unverwechselbare mineralische Komplexität, die die spezielle Beschaffenheit des Schieferbodens widerspiegelt.

Riesling ist die häufigste Rebsorte der Mosel und zeichnet sich durch seine brillante Säurestruktur und aromatische Komplexität aus. Bei jungen Rieslingen von der Mosel kann man häufig Noten von grünen Äpfeln, Zitrusfrüchten, Pfirsichen und Aprikosen wahrnehmen. Mit der Zeit entwickeln sie häufig subtilere und komplexere Aromen wie Honig, getrocknete Früchte, Nüsse. Durch die Säure  können die Weine ausgesprochen gut in der Flasche reifen und dabei interessante Aromen entwickeln.

Feine Säure in der Balance

Die Balance zwischen Süße und Säure ist ein typisch der Weine von der Mosel, besonders der Rieslinge. Sie reichen von knackig-trocken bis zu intensiv-süß in den Prädikatsweinen wie Spätlese, Auslese, Beerenauslese und Trockenbeerenauslese. Selbst bei hohem Restzuckergehalt bleibt die Säure immer präsent, was den Weinen Frische und Lebendigkeit verleiht.

Mehr als nur Riesling

Neben dem Riesling gibt es auch hervorragende Weiß- und Grauburgunder sowie Müller-Thurgau von der Mosel. Diese Weine haben oft ein etwas volleres Mundgefühl und können Aromen von weißen Blüten, Melonen, Birnen und Mandeln aufweisen.

Insgesamt zeichnen sich die Moselweine durch ihre Finesse, Eleganz und Ausdruckskraft aus, die das besondere Terroir der Region auf wundervolle Weise widerspiegeln. Die Weine überfordern niemanden, der nur gelegentlich ein Glas Wein genießt und unterfordert auch erfahrene Freundinnen des Riesling nicht.

Kaum Rotwein an der Mosel

Die Rotweine der Mosel, insbesondere die aus der Pinot Noir , sind selten, können aber eine bemerkenswerte Qualität erreichen. Die kühlen Schieferböden an der Mosel sollten für Pinot Noir sehr gut geeignet sein, traditionell wird die Rebsorte jedoch nicht angebaut.

Moderne Weine im Stil der Mosel

Moderne, trockene Weine sind oft spontan auf den eigenen Weinberghefen vergoren . Bei einigen Winzern an der Mosel findet man solche Weine. Fragen lohnt. Bei einem «nein» ist der Weg hinaus aus der Kellertür fast immer der beste. Es gibt Ausnahmen, die sind jedoch selten. Dies liegt weniger an den künstlichen Hefen als der gesamten Arbeitsweise des Weingutes. Und - der Vollständigkeit halber: es kann in schwierigen Jahren bei bester Arbeit die Gärung nicht oder nur stark verzögert beginnen. In solch einer Situation ist die Gefahr groß, dass die Arbeit eines Jahres verdirbt, wenn nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt die Gärung künstlich in Gang gebracht wird.

 
Zander, mariniert und hauchdünn. Ein Klassiker für einen Riesling
Zander, mariniert und hauchdünn. Ein Klassiker für einen Riesling
 

Steile Lagen begünstigen den Weinbau in kühlen Lagen

Die steile Lage fängt im Frühjahr die dringend benötigte Sonne ein und wärmt die Reben. Im Herbst sorgen die steilen Hänge für Fallwinde und bringen kühle Luft in den Weinberg . Die Trauben behalten ihre Säure und der Wein kann im Keller zu dem dezent feinen Wein heranreifen, der nur in solchen Lagen gelingt.

Die Mosel, eine der renommiertesten Weinregionen Deutschlands, ist in mehrere Teilregionen unterteilt, die sich jeweils durch ihre geologische Beschaffenheit unterscheiden und jeweils charakteristische Weinprofile hervorbringen.

Mittelmosel

Die Mittelmosel erstreckt sich von Trier bis Zell und ist das Herzstück des Weinbaus an der Mosel. Sie ist geprägt von steilen Hängen, die hauptsächlich aus Schiefer bestehen, der aus tonhaltigen Sedimenten des Devon hervorgegangen ist. Schiefer ist ein ausgezeichneter Wärmespeicher und fördert die Wärmeentwicklung in den steilen Weinbergen. Die Gesteinschichten sind häufig vertikal orientiert, was die Drainage fördert und die Wurzeln der Reben tief in den Boden eindringen lässt, um Nährstoffe und Wasser zu erreichen. Eine geologische Besonderheit sind die Böden des Rotliegenden bei Ürzig, wo die Mosel an das rote Vulkangestein der Eifel reicht.

Terrassenmosel

Die Terrassenmosel, auch bekannt als Untermosel, erstreckt sich von Zell bis Koblenz. Die Böden in diesem Gebiet sind hauptsächlich aus Quarzitsandstein, Silt- und Tonschiefer. Sie sind Reste von Sandstränden und Watten des Urozeans. Zudem finden sich in einigen Lagen kalkhaltige Sandsteinformationen, die durch abgelagerte Korallenskelette entstanden sind.

Obermosel

Im Bereich der Obermosel, wo die Mosel die Grenze zu Luxemburg bildet, findet man Kalkböden. Diese entstanden in einem flachen Muschelkalkmeer, das vor etwa 243 Millionen Jahren existierte. Aus muschelreichen Ablagerungen und von Flüssen eingetragenen Ton, Silt und Sand formten sich Dolomitbänke, die die Oberflächengeologie prägen.

Saar und Ruwer

Saar und Ruwer sind Nebenflüsse der Mosel und verfügen über eine eigene, spezifische Bodenstruktur. Die Böden bestehen hauptsächlich aus Schiefer, ähnlich wie an der Mittelmosel. Die Saar ist jedoch kühler und die Weine, die hier produziert werden, haben tendenziell eine etwas höhere Säure und sind oft filigraner.

Jede dieser Regionen bietet durch ihre einzigartige geologische Zusammensetzung unterschiedliche Bedingungen für den Weinbau und führt zu unterschiedlichen Charakteristiken in den daraus resultierenden Weinen. Die geologische Vielfalt ist einer der Gründe für die beeindruckende Bandbreite und Komplexität der Weine, die an der Mosel produziert werden.

 
Riesling ist kein heimische Gewächs an der Mosel. Er brachte dem Adel wieder Einkommen.
Riesling ist kein heimische Gewächs an der Mosel. Er brachte dem Adel wieder Einkommen.
 

Römer brachten den Wein

Es waren die Römer, die an der Mosel die ersten Weinberge angelegt haben. Vermutlich, weil das an die Mosel grenzende fruchtbare flache Land für Getreide und Viehzucht benötigt wurde. Man kann sich fragen, ob die Römer mit dem nördlichen Wein etwas anfangen konnten; schließlich waren sie eher schwere südliche Weine gewohnt. Riesling war es jedenfalls noch nicht. Es dauerte nämlich noch eine Weile, bis der Riesling an die Mosel gebracht wurde. Was Ende des 18. Jahrhunderts nach den jahrzehntelangen Kriegen hier fabriziert wurde, war ein unverkäufliches Gebräu. Dass die Bauern verarmten, war dem Adel zwar egal, dass die Steuereinnahmen zurückgingen, verursachte ihm schon eher Kopfschmerzen.

Die Fürsten brauchten Geld und griffen durch

Am 30. 10. 1787 erging daher ein Erlass vom Bischof und Kurfürsten von Trier: die Flächen und der Ertrag sollten reduziert, die angebauten Reben gerodet und durch Riesling ersetzt werden. Mit der Französischen Revolution kamen die französischen Truppen, die auch das Gebiet der Mosel besetzten und die Weingüter an die bisherigen Lehen verteilten. Besser ging es denen mit der neuen Freiheit zunächst zwar nicht, aber die Sache mit dem Riesling, die war hängen geblieben. Und mit dem Riesling ging es wieder aufwärts.

Wer Mosel sagt, denkt (nicht nur deshalb) fast automatisch an Riesling. Es gibt an der Mosel jedoch auch hervorragenden Weißburgunder. Sein harmonisches Aromenbild gelingt an der Mosel frischer, leichter als in wärmeren Lagen. Weine aus Pinot Noir bleibt eine Ausnahme, obwohl die Bedingungen ideal für diese Rebsorte sein sollten. Vielleicht braucht der Staat bald neue Einkünfte?

 




Weingut Bastgen

Riesling Blauschiefer

2021Weiß, jung & fruchtig

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Weingut Bastgen

Riesling Weisenstein

2020Weiß, jung & fruchtig

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