Spätburgunder
In Deutschland zählt Spätburgunder zu den wichtigsten roten Rebsorten. Bedeutende Anbaugebiete sind Baden, die Ahr, die Pfalz, Franken und der Rheingau. Die Sorte benötigt kühle bis gemäßigte Lagen mit ausreichender Sonneneinstrahlung und guter Durchlüftung. Sie treibt früh aus und reagiert empfindlich auf Spätfrost.
Der Stil der Weine wird stark durch Ertragsniveau, Lesezeitpunkt, Maischedauer und Ausbau geprägt. Vollständiges oder teilweises Mitvergären der Stiele, Dauer der Maischegärung sowie Ausbau im Holz oder im Tank beeinflussen Farbe, Tanningehalt und Lagerfähigkeit.
Beispiele für unterschiedliche Ausprägungen im Rheingau sind die Spätburgunder von Weingut Chat Sauvage und Weingut August Kesseler. Beide arbeiten mit Pinot-Noir-Parzellen in kühlen, teils steilen Lagen entlang des Rheins, setzen jedoch unterschiedliche Schwerpunkte bei Selektion, Maischeführung und Ausbau.
Zur Einordnung der Sorte im internationalen Kontext sowie zur Abgrenzung des Begriffs «Pinot Noir» siehe den gesonderten Artikel zu dieser Rebsorte.